Bewerbung beim Landespreis



Titel der Einreichung
Gemeinsame Krisen-Hotline im Rheinisch-Bergischen Kreis

Kategorie
Krisenbewältigung

Name der Kommune/des Verbandes
Rheinisch-Bergischer Kreis

Fachbereich/Abteilung
Krisenmanagement

Ansprechpartner
Cassandra Staehler

E-Mail-Adresse
Krisenmanagement@rbk-online.de

Telefonnummer
02202-132107

Kurzbeschreibung
Zur Stärkung der interkommunalen Krisen- und Notfallkommunikation wurde vom Rheinisch-Bergischen Kreis sowie allen kreisangehörigen Kommunen ein gemeinsames Konzept für eine Krisenhotline entwickelt. Ziel ist es, die schnelle, verlässliche und koordinierte Information der Bevölkerung in Krisensituationen sicherzustellen. Das Konzept sieht eine ausfallsichere, skalierbare und wirtschaftliche Lösung vor, die sowohl die Eigenständigkeit der einzelnen Kommunen wahrt als auch eine gemeinsame Nutzung im Bedarfsfall ermöglicht. Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die personelle Absicherung der Krisenhotline. Die Bedienung soll grundsätzlich durch Mitarbeitende aller beteiligter Kommunen erfolgen, so dass eine gegenseitige personelle Unterstützung im Krisenfall vorgesehen ist. Dadurch kann auch bei länger andauernden oder personalintensiven Lagen eine kontinuierliche Erreichbarkeit sichergestellt werden. Zur Gewährleistung einer professionellen und einheitlichen Krisenkommunikation sind gezielte Schulungs- und Einweisungsmaßnahmen vorgesehen. Diese sollen die Mitarbeitenden mit den technischen Abläufen, den kommunikativen Anforderungen sowie den besonderen Rahmenbedingungen von Krisensituationen vertraut machen. Regelmäßige Übungen und Auffrischungen tragen dazu bei, Handlungssicherheit zu schaffen und die Einsatzfähigkeit des Systems dauerhaft zu gewährleisten. Durch die interkommunale Zusammenarbeit wird eine zukunftsfähige und effiziente Struktur geschaffen, die die Handlungsfähigkeit der Kommunen in Krisenlagen nachhaltig stärkt.

Ziel
Ziel des Projektes ist der Aufbau und der dauerhafte Betrieb einer Krisenhotline, das in Krisen-, Notfall- und besonderen Einsatzlagen jederzeit kurzfristig verfügbar ist und eine verlässliche, einheitliche und bürgerorientierte Kommunikation sicherstellt. Durch eine ausfallsichere, skalierbare und standortunabhängige technische Lösung sollen die Kommunen in die Lage versetzt werden, auch bei hoher Anruflast, eingeschränkter Infrastruktur oder außerhalb der regulären Dienstzeiten handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig soll die interkommunale Zusammenarbeit die gegenseitige personelle Unterstützung ermöglichen, Synergien nutzen und Doppelstrukturen vermeiden, ohne die inhaltliche Kommunikationshoheit der jeweils federführenden Kommune einzuschränken. Das Projekt verfolgt damit das übergeordnete Ziel, die Resilienz der kommunalen Krisenkommunikation nachhaltig zu stärken und die Information der Bürgerinnen und Bürger in außergewöhnlichen Lagen dauerhaft zu verbessern.

Anlass
Gute Krisen- und Notfallkommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil für eine effektive und erfolgreiche Krisenbewältigung. Die Information der Bürgerinnen und Bürger in der Krise ist nicht nur eine Aufgabe der Kreise im Rahmen von Krisen und Katstrophen, sondern auch originäre Aufgabe jeder Kommune unterhalb dieser Schwellen. Die Erfahrungen der vergangenen, krisengeprägten Zeiten hat gezeigt, wie wichtig die Information der Bürger:innen und eine professionell betriebene Hotline ist.

Kurzprofil
Beteiligte: Rheinisch-Bergischer Kreis Stadt Bergisch Gladbach Stadt Burscheid Gemeinde Kürten Stadt Leichlingen Gemeinde Odenthal Stadt Overath Stadt Rösrath Stadt Wermelskirchen Fachfirma: Fa. netconnex Zeitschiene: Zustimmung der Hauptverwaltungsbeamte: 06.12.2024 Projekt-/ Umsetzungs-/ Pilotphase: aktuell noch laufend Inbetriebnahme: Sommer 2026 Kernmerkmale: - Einheitliches, interkommunales Gesamtkonzept - Wahrung der kommunalen Eigenständigkeit und Kommunikationshoheit - cloudbasierte, standortunabhängige und ausfallsichere Lösung - skalierbar je nach Lage und Anrufaufkommen - autarke Nutzung durch einzelne Kommunen sowie gemeinsamer Betrieb im Aufwuchs möglich - Stärkung der kommunalen Handlungsfähigkeit in Krisen - Nachhaltige Verbesserung der Krisen- und Notfallkommunikation Personal & Organisation: - Einsatz von Mitarbeitenden der beteiligten Kommunen - gegenseitige personelle Unterstützung im Krisenfall - Schulungen und regelmäßige Übungen zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit Technik: - Nutzung vorhandener Endgeräte, keine spezielle Hardware erforderlich - hohe Ausfallsicherheit auch bei Strom- oder Netzwerkausfällen Wirtschaftlichkeit: - geringe und dauerhaft planbare Vorhaltekosten

Gewinn der Kooperation
Der Rheinisch-Bergische Kreis sowie alle acht kreisangehörigen Kommunen arbeiten im Rahmen der Krisenhotline zusammen. Die Vorteile dieser Koorperation sind insbesondere - kreisweit einheitliches Konzept - Minimierung des personellen Ressourcenverbrauch in den beteiligten Kommunen bei Planung, Einführung und Betrieb durch zentrale Vorhaltung der Technik und der Inhalte - sofortige Verfügbarkeit der Krisenhotline bei einem Ereignis, hohe Flexibilät, da keine lokale Bindung vorliegt - Eigenständigkeit der beim Ereignis federführenden Kommune, was die Inhalte der Kommunikation anbelangt - gemeinsame Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie - hohe Ausfallsicherheit in Bezug auf Energiemangel, aber auch physischer Ausfall von Verwaltungs- und Serverstandorten - gleichberechtigte Einbindung aller Kommunen - niedriger und dauerhaft planbarer finanzieller Aufwand - kaum Vorhaltung von spezieller Hardware für das Krisentelefon - Skalierbarkeit der Abfrageplätze je nach konkretem Bedarf - kommunikative Vernetzung der Kommunen in der Krise untereinander - gegenseitige personelle Unterstützung - Bildung eines gemeinsamen Personalpools - kreisweit einheitliche Schulungen

Grad der Innovation
Die interkommunale Krisenhotline weist einen hohen Innovationsgrad auf, da erstmals alle kreisangehörigen Kommunen und der Kreis ein gemeinsames, skalierbares und zugleich autark nutzbares System zur Krisenkommunikation etablieren. Die Innovation liegt dabei weniger in einzelnen technischen Komponenten als vielmehr in der Kombination aus organisatorischem Ansatz, digitaler Infrastruktur und interkommunaler Zusammenarbeit. Durch die Nutzung einer cloudbasierten, georedundanten Callcenter-Lösung wird eine von physischen Standorten unabhängige Einsatzfähigkeit geschaffen, die insbesondere bei Strom-, IT- oder Infrastrukturausfällen eine neue Qualität der Resilienz ermöglicht. Neu ist zudem das modulare Systemdesign: Jede Kommune kann eigenständig agieren und ihre Kommunikationshoheit behalten, während gleichzeitig ein dynamischer Aufwuchs durch gemeinsame Nutzung von Personal, Lizenzen und Abfrageplätzen möglich ist. Dadurch entsteht ein flexibles Netzwerk, das sich an unterschiedliche Krisenlagen und wechselnde Zuständigkeiten anpasst. Die Lösung verzichtet bewusst auf kostenintensive Spezialhardware und setzt stattdessen auf vorhandene Arbeitsmittel, was einen niedrigschwelligen Einstieg sowie eine nachhaltige Verstetigung ermöglicht. Darüber hinaus besitzt das Projekt Modellcharakter, da es übertragbare Standards für Krisenhotlines, Schulungskonzepte und interkommunale Alarmierungswege entwickelt. Die Verbindung von technischer Innovation, organisatorischer Standardisierung und gemeinsamer Governance stellt einen neuartigen Ansatz dar, der die Krisenkommunikation auf kommunaler Ebene strukturell weiterentwickelt und perspektivisch auch auf andere Regionen übertragbar ist.

Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Die externe Firma, mit der die interkommunale Krisenhotline entwickelt wurde, verfügt über eine Testierung nach BSI-C5 sowie zahlreiche weitere ISO-Zertifizierungen (u.a. ISO 27001, ISO 14001, ISO 50001), so dass Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit im Fokus stehen und den Anforderungen an KRITIS Rechnung getragen wird. Die Krisenhotline ist langfristig auf Zukunftsfähigkeit und nachhaltigen Betrieb ausgelegt. Durch den konsequent digitalen und cloudbasierten Ansatz entsteht eine flexible Infrastruktur, die unabhängig von einzelnen Standorten funktioniert und sich an technische sowie organisatorische Entwicklungen anpassen lässt. Neue Anforderungen, etwa durch veränderte Bedrohungslagen, steigende Anrufvolumina oder zusätzliche beteiligte Kommunen, können ohne grundlegende Systemumstellungen integriert werden. Die Skalierbarkeit der Abfrageplätze sowie die Möglichkeit, weitere Callcenter einzubinden, gewährleisten, dass das System auch bei wachsenden Anforderungen leistungsfähig bleibt. Nachhaltigkeit zeigt sich insbesondere in der Nutzung vorhandener Ressourcen. Es wird bewusst auf zusätzliche Hardware verzichtet und stattdessen mit bestehenden Endgeräten gearbeitet, wodurch Kosten, Wartungsaufwand und Ressourcenverbrauch reduziert werden. Gleichzeitig ermöglicht die interkommunale Zusammenarbeit eine effiziente Bündelung von Personal, Wissen und Technik, wodurch Doppelstrukturen vermieden und Synergieeffekte geschaffen werden. Die planbaren, vergleichsweise geringen Vorhaltekosten sichern zudem eine dauerhafte Finanzierbarkeit im kommunalen Haushalt. Auch organisatorisch trägt das Konzept zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Krisenkommunikation bei. Durch gemeinsame Schulungen, Übungen und standardisierte Prozesse wird langfristig Fachwissen aufgebaut und erhalten. Die Einrichtung dauerhafter Steuerungs- und Arbeitsgruppen sorgt dafür, dass das System kontinuierlich weiterentwickelt, evaluiert und an neue Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Insgesamt entsteht damit eine resiliente, wirtschaftliche und langfristig tragfähige Lösung zur Sicherstellung einer modernen Krisen- und Notfallkommunikation. Darüber hinaus werden Weiterentwicklungspotentiale gesehen, welche sich auch auf weitere Aspekte der Stabsarbeit (z.B. Stabs-Telefonie, Austausch von Daten/ Informationen) auswirken könnten.

Dokumente


Bestätigung
1

Eingegangen am
04.02.2026 00:00

Eingereicht am
04.02.2026 16:58