Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
Urban Stack - Das digitale Ökosystem von Kommunen, für Kommunen
Kategorie
Informationsaustausch & Vernetzung
Name der Kommune/des Verbandes
Stadt Gütersloh
Fachbereich/Abteilung
Digitalisierung und Geoinformation
Ansprechpartner
Amelie Mormann
E-Mail-Adresse
amelie.mormann@guetersloh.de
Telefonnummer
05241 822089
Kurzbeschreibung
Kommunen stehen bei der Einführung digitaler Lösungen häufig vor denselben Herausforderungen: Daten liegen in Silos, Open-Source-Lösungen überfordern die vorhandenen Ressourcen, und einzelne Systeme entfalten ohne Integration in Prozesse und ohne langfristige Weiterentwicklung kaum Wirkung. Der Urban Stack setzt genau hier an. Er bietet Kommunen ein gemeinschaftlich genutztes digitales Ökosystem, das sofort einsatzbereit ist und dauerhaft im Verwaltungsalltag verankert werden kann. Implementierung, Betrieb und Weiterentwicklung werden zentral übernommen, während die volle Kontrolle über die eigenen Daten jederzeit bei der jeweiligen Kommune verbleibt. Das Ökosystem verbindet Datenintegration, Visualisierung, Analyse und Open Data mit einer aktiven Zusammenarbeit zwischen Kommunen. Dashboards machen Informationen für Verwaltung und Politik verständlich, Anwendungen können gemeinsam entwickelt und geteilt werden, und sogenannte City Tools erweitern den Urban Stack flexibel um weitere kommunale Anwendungsfälle. So entsteht eine nachhaltige digitale Grundlage, die Ressourcen bündelt, Kosten reduziert und interkommunale Zusammenarbeit stärkt – von Kommunen, für Kommunen.
Ziel
Ziel des Urban Stack ist es, kommunale digitale Souveränität langfristig zu sichern und Verwaltungen angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und steigendem Kostendruck spürbar zu entlasten. Durch die gemeinsame Nutzung und Weiterentwicklung digitaler Bausteine werden Ressourcen gebündelt, Doppelentwicklungen vermieden und nachhaltige Lösungen geschaffen, die auch für weitere Kommunen übertragbar sind. Der Urban Stack stärkt damit die interkommunale Zusammenarbeit und erweitert die Handlungsspielräume von Städten und Gemeinden, um auch unter schwierigen Rahmenbedingungen dauerhaft digital handlungsfähig zu bleiben.
Anlass
Der Anlass für die Entwicklung des Urban Stack war die Erfahrung, dass viele Kommunen bei der Einführung digitaler Anwendungen vor vergleichbaren Herausforderungen stehen: Daten liegen in getrennten Systemen, Ressourcen für den eigenständigen Betrieb komplexer Open-Source-Lösungen fehlen, und projektbasierte Einzelentwicklungen entfalten ohne Verstetigung nur begrenzten Nutzen. Gleichzeitig führen steigender Kostendruck und knappe personelle Kapazitäten dazu, dass parallele Eigenentwicklungen in einzelnen Kommunen weder wirtschaftlich noch nachhaltig sind. Vor diesem Hintergrund entstand der Bedarf nach einem gemeinschaftlich nutzbaren digitalen Ökosystem, das nicht nur technisch bereitgestellt wird, sondern dauerhaft in kommunale Prozesse integriert werden kann. Damit war früh klar, dass eine tragfähige Lösung nur im interkommunalen Verbund entstehen kann – durch gemeinsame Nutzung, geteilte Weiterentwicklung und gebündelte Ressourcen.
Kurzprofil
Der Urban Stack wurde im Rahmen des Modellprojekts Smart City Gütersloh im Bundesprogramm „Smart Cities made in Germany“ entwickelt. Ausgangspunkt war die Frage, wie digitale Lösungen und datenbasierte Anwendungen nicht als Einzelprojekte, sondern dauerhaft und gemeinsam von Kommunen genutzt werden können. Heute wird der Urban Stack interkommunal eingesetzt: Fünf Kommunen sowie ein Landkreis aus Nordrhein-Westfalen erproben das Ökosystem und entwickeln Anwendungsfälle kooperativ. Der Urban Stack steht damit exemplarisch für die Verstetigung kommunaler Digitalisierung und den Transfer „von Kommunen, für Kommunen“.
Gewinn der Kooperation
Der Urban Stack schafft einen klaren Mehrwert durch interkommunale Zusammenarbeit: Einmal entwickelte Anwendungen und digitale Bausteine können von allen angeschlossenen Kommunen genutzt werden. Dadurch werden Doppelentwicklungen vermieden, Ressourcen gebündelt und wirtschaftliche Vorteile erzielt – etwa durch Skaleneffekte und die schrittweise Ablösung kostenintensiver Altsysteme. Die Kooperation entlastet die beteiligten Verwaltungen zusätzlich, da Implementierung, Betrieb und Weiterentwicklung gemeinschaftlich getragen werden und nicht jede Kommune eigene technische Kapazitäten vorhalten muss. So reduziert sich der Aufwand vor Ort deutlich. Gleichzeitig fördert der Urban Stack den Wissensaustausch und den Kompetenzaufbau innerhalb der Verwaltung. Kommunen entwickeln Standards gemeinsam weiter und schaffen damit eine bessere Grundlage für interoperable Prozesse und Schnittstellen. Dies erleichtert auch die Umsetzung gemeinsamer Projekte, etwa im Katastrophenschutz oder im Schulbereich. Die Kooperation stärkt außerdem die Innovationsfähigkeit der Kommunen, da neue digitale Themen wie KI auf einer gemeinsamen Grundlage schneller erprobt und verantwortungsvoll umgesetzt werden können.
Grad der Innovation
Der Urban Stack ist in Deutschland ein einzigartiges Projekt: Eine Kommune baut ein digitales Ökosystem auf, das anderen Kommunen gemeinschaftlich zur Verfügung steht und so digitale Infrastruktur interkommunal nutzbar macht. Der Urban Stack setzt bereits heute zentrale Prinzipien des Deutschland-Stacks um, insbesondere eine modulare Entwicklung, Interoperabilität und die gemeinsame Nutzung digitaler Bausteine über kommunale Grenzen hinweg. Innovativ ist zudem der Ansatz, auf Open Source zu basieren, dabei aber deutlich über die reine Bereitstellung von Code hinauszugehen. Der Urban Stack macht Open-Source-Lösungen für die öffentliche Verwaltung praktisch nutzbar, indem er Betrieb, Weiterentwicklung und Integration in den Verwaltungsalltag mitdenkt. Technologisch ist das Ökosystem schnittstellenoffen, unterstützt das Mapping auf einheitliche Datenformate (z.B. im IoT-Bereich) und schafft Schnittstellen zur Stadtgesellschaft, um Verwaltung und Bürger:innen stärker anzunähern. Gleichzeitig erfüllt der Urban Stack höchste Anforderungen an Sicherheit und Vertrauen durch den Betrieb nach C5- und ISO-27001-Standards. Durch seine modulare Architektur ist das Ökosystem zudem so angelegt, dass perspektivisch auch zukünftige Bausteine wie ein kommunaler KI-Stack integriert werden können.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Der Urban Stack ist als dauerhaft tragfähiges digitales Ökosystem angelegt, das Kommunen langfristig wirtschaftlich entlastet und digitale Lösungen über einzelne Projektlaufzeiten hinaus nutzbar macht. Durch die gemeinschaftliche Nutzung entstehen Skaleneffekte, die eine nachhaltige Finanzierung und Weiterentwicklung auch für kleinere Kommunen ermöglichen. Ein zentraler Beitrag zur Zukunftsfähigkeit liegt im Kompetenzaufbau aus der Verwaltung heraus: Mitarbeitende werden befähigt, datenbasierte Anwendungen aktiv zu nutzen und weiterzuentwickeln. Damit unterstützt der Urban Stack Kommunen dabei, demografischen Wandel, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an digitale Verwaltung wirksam zu bewältigen. Der Urban Stack fördert zudem den Wandel hin zu einer datengetriebenen Verwaltung: Daten werden nicht nur gesammelt, sondern systematisch für Steuerung, Planung und Entscheidungsprozesse nutzbar gemacht. Ergänzend unterstützt das Ökosystem den Aufbau von Data Governance-Strukturen, um Datenqualität, Verantwortlichkeiten und rechtssichere Nutzung dauerhaft zu sichern. Auch technisch ist der Urban Stack auf kontinuierliche Weiterentwicklung ausgelegt: Durch moderne DevOps-Prozesse und die enge Zusammenarbeit mit den Verwaltungen entstehen sichere und praxisnahe Innovationen. Perspektivisch werden weitere Bausteine wie Low-Code-Ansätze oder ein kommunaler KI-Stack integriert, um Kommunen auch bei zukünftigen Digitalisierungsthemen handlungsfähig zu halten. So schafft der Urban Stack eine nachhaltige, souveräne und anpassungsfähige Grundlage für kommunale Digitalisierung und interkommunale Zusammenarbeit.
Dokumente
Bestätigung
1
Eingegangen am
05.02.2026 00:00
Eingereicht am
09.02.2026 10:06