Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
IstaG-Modell Wohnen
Kategorie
Umwelt, Planung & Infrastruktur
Name der Kommune/des Verbandes
Stadt Warendorf
Fachbereich/Abteilung
Dezernat Bürgerdienste
Ansprechpartner
Regina Höppner
E-Mail-Adresse
Regina.Hoeppner@warendorf.de
Telefonnummer
02581 54-1020
Kurzbeschreibung
Mit dem IstaG-Modell Wohnen (IstaG = Interkommunale stadtregionale Gesellschaft) begegnen sechs Kommunen (Drensteinfurt, Everswinkel, Havixbeck, Sendenhorst, Telgte und Warendorf) aus den Kreisen Warendorf und Coesfeld in dem Verflechtungsraum Münster den Herausforderungen des angespannten Wohnungsmarktes insbesondere im Bereich des „bezahlbaren Wohnens“. Durch das Modell von lokalen, eigenständigen Gesellschaften auf kommunaler Ebene und einem interkommunalen Gemeinschaftsunternehmen als Dienstbesorger zur Entwicklung und zum Betrieb der Wohneinheiten, können die Vorteile eines schnell anwachsenden Wohnungsbestandes mit der kommunalen Eigenständigkeit bei der Entscheidung von Projekten ideal verbunden werden. So soll neben dem Engagement von privatwirtschaftlichen Akteuren die kommunale Betätigung in diesem Sektor als weitere Säule zu einer Erhöhung und Verstetigung insbesondere von Angeboten im Bereich des „bezahlbaren Wohnens“ führen.
Ziel
Mit diesem kommunalen Engagement sollen gleichsam zu forcierende Wohnungsbauinvestitionen der Immobilienwirtschaft ergänzt, das Angebot an bezahlbaren Wohnungen in den Kommunen verbessert und ein dauerhaft preisgedämpfter Wohnungsbestand aufgebaut werden. Zielgerichtet können z.B. kinderreiche Haushalte, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen, für die es häufig schwer ist, eine ihren Bedürfnissen angemessene Wohnung in der erforderlichen Größe und Ausstattung im Bereich von bezahlbarem, preiswertem Wohnraum zu finden, vor Ort und dauerhaft unterstützt werden und eine aktive Quartiersentwicklung betrieben werden. Zudem ist perspektivisch angedacht, auch im Rahmen der Stadtentwicklung tätig zu werden
Anlass
Die Kommunen kennzeichnet ein sehr angespannter Wohnungsmarkt mit sehr großem Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen. Der hohe Druck aus Münster (enorme Nachfrage nach Mietwohnungen, steigende Preise) wirkt sich mehr und mehr auf die umliegenden Kommunen aus. Auch hier erhöhen sich die Nachfragen und die Preise für Mietwohnungen erheblich. Die Unterbringung von Geflüchteten und die daraus resultierende deutlich gestiegene Nachfrage von Kommunen auf den örtlichen Wohnungsmärkten insbesondere im Hinblick auf ältere Immobilien, verschärft die Situation noch zunehmend. Geflüchtete Personen mit guter Bleibeperspektive haben nur in sehr geringen Fällen die Möglichkeit, die Notunterkünfte zu verlassen und eigenen Wohnraum anzumieten. Die beteiligten Kommunen weisen einen geringen kommunalen Wohnungsbestand auf. Auslaufende Mietpreisbindungen von privaten Investoren verschärfen den Trend. Das Engagement der Immobilienwirtschaft allein kann mit der hohen Wohnungsmarktnachfrage nicht Schritt halten. Zudem gestaltet sich die Investorensuche bei stadtentwicklungspolitisch bedeutsamen Bau- und Entwicklungsprojekten teilweise äußerst schwierig. Eigene, kleine Wohnungsbaugesellschaften sind für die einzelnen Kommunen (zumindest in den Gründungsjahren) nicht wirtschaftlich und insbesondere in den derzeit haushalterisch extrem angespannten Jahren nicht vorstellbar.
Kurzprofil
Durch die Kommunen erfolgt die Gründung und die Nutzung eines interkommunalen regionalen Gemeinschaftsunternehmens in der Rechtsform einer Genossenschaft als Dienstleister für die im Rahmen des Modells neu gegründeten lokalen Wohnungsbaugesellschaften. Die Genossenschaft entwickelt die Wohneinheiten und betreibt sie. Die lokalen Gesellschaften der mitwirkenden Städte und Gemeinden sind dabei wirtschaftlich unabhängig und politisch-administrativ selbständig, was in den politischen Beratungen auf kommunaler Ebene einen entscheidenden Faktor ausgemacht hat. Sie verbindet die Beteiligung am interkommunalen Gemeinschaftsunternehmen und sie bedienen sich des Gemeinschaftsunternehmens für die operative Gesellschaftsführung ihres lokalen Wohnungsunternehmens, insbesondere für Bauherren- und Wohnungsverwaltungsaufgaben. Die lokalen Wohnungsbaugesellschaften bedürfen deshalb, abgesehen von der durch die jeweilige Kommune eingesetzten Geschäftsführung, keiner weiteren Personalausstattung. Auf der Grundlage wohnungswirtschaftlicher Berechnungen verfolgen die teilnehmenden sechs Kommunen gemeinsam das Ziel, innerhalb von 5 Jahren insgesamt einen öffentlich-geförderten kommunalen Wohnungsbestand in einer Größenordnung von mindestens 300 Wohneinheiten aufzubauen. Langfristig wird ein größerer Wohnungsbestand (rd. 500 WE) im Gebiet der mitwirkenden Kommunen angestrebt. Mit der gemeinsamen Inanspruchnahme des interkommunalen Gemeinschaftsunternehmens wird die Erwartung verbunden, den angestrebten Wohnungsbau in der jeweiligen lokalen Wohnungsbaugesellschaft perspektivisch zumindest kostendeckend oder schwach rentierlich realisieren zu können
Gewinn der Kooperation
Die beteiligten Kommunen werden ertüchtigt, den Aufbau eines eigenen Wohnungsbestandes in effizienter Zusammenarbeit zu organisieren. Die Gründung und der Betrieb einer lokalen Wohnungsbaugesellschaft allein durch eine kleinere Kommune scheint wirtschaftlich wenig aussichtsreich, die dazu erforderlichen strukturellen und personellen Ressourcen sind auf jeweiliger kommunaler Ebene allein finanziell nicht darstellbar. Das IstaG-Modell Wohnen stellt eine Ergänzung und keine Konkurrenz zur privaten Immobilienwirtschaft dar, bündelt die Ressourcen und erhöht dadurch die Professionalisierung. Zugleich erfolgt keine Risikogemeinschaft mit den Partnerkommunen in den Entscheidungsbereichen Investition und Bewirtschaftung, sodass eine größtmögliche Unabhängigkeit bei höchstmöglicher Vorteilsnutzung bei den Kommunen gegeben ist.
Grad der Innovation
Ein vergleichbares Modell ist nach aktuellem Kenntnisstand der Beteiligten in Deutschland nicht vorhanden. Die kommunalrechtliche, steuerrechtliche, gesellschaftsrechtliche, vergaberechtliche und beihilferechtliche Ausgestaltung ist von den Kommunen grundlegend neu mit den beteiligten Anwaltskanzleien und Unterstützung der Aufsichtsbehörden ausgearbeitet worden.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Auf der Grundlage wohnungswirtschaftlicher Berechnungen verfolgen die teilnehmenden sechs Kommunen gemeinsam das Ziel, innerhalb von 5 Jahren insgesamt einen öffentlich-geförderten kommunalen Wohnungsbestand in einer Größenordnung von mindestens 300 Wohneinheiten aufzubauen. Langfristig wird ein größerer Wohnungsbestand (rd. 500 WE) im Gebiet der mitwirkenden Kommunen angestrebt. Zudem ist angestrebt und es ist das ausdrückliche Ziel, weiteren Kommunen die Teilnahme an dem Modell zu ermöglichen und die ausgearbeiteten Grundlagen (Grundmodell, Verträge für die lokalen Gesellschaften, Genossenschaftssatzung u.a.) weiteren Regionen zur Verfügung zu stellen, damit Gründungsprozesse bei Bedarf effizient erfolgen können. Gerade die Ergänzung des privaten Wohnungsbausektors soll zu einer dauerhaften Beruhigung des sehr schwankenden Wohnungsmarktes im öffentlich geförderten Wohnungsbau führen. Neben diesem Handlungsfeld soll zudem perspektivisch der Bereich der Stadtentwicklung (Quartiers- oder Infrastrukturentwicklung) als weiteres Handlungsfeld aufgenommen werden.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/Antrag-Interkommuanle-Zusammenarbeit-2.-Landespreis-IstaG.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
05.02.2026 00:00
Eingereicht am
05.02.2026 15:51