Bewerbung beim Landespreis



Titel der Einreichung
Netzwerk Fördermittelmanagement Linker Niederrhein

Kategorie
Informationsaustausch & Vernetzung

Name der Kommune/des Verbandes
FMM Linker Niederrhein

Fachbereich/Abteilung
-/-

Ansprechpartner
Daniela Beyen

E-Mail-Adresse
daniela.beyen@viersen.de

Telefonnummer
02162101276

Kurzbeschreibung
Das Netzwerk besteht aus Mitarbeitenden verschiedener öffentlicher Institutionen, insbesondere aus dem Bereich des Fördermittel- und Wirtschaftsfördermanagements. Der fachliche Austausch erfolgt in regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen im Turnus von drei bis vier Monaten, die rotierend organisiert werden.

Ziel
Ziel des Netzwerks ist die strukturierte und kontinuierliche gegenseitige Unterstützung der beteiligten Mitarbeitenden in allen Themenfeldern des Fördermittelmanagements. Durch den regelmäßigen fachlichen Austausch werden Erfahrungen, Praxiswissen und aktuelle Informationen zu Förderprogrammen gebündelt und systematisch weitergegeben. Auf diese Weise sollen die Arbeitsabläufe in den jeweiligen Fachbereichen effizienter gestaltet, fachliche Kompetenzen gestärkt und Doppelstrukturen vermieden werden. Gleichzeitig trägt der gegenseitige Informations- und Wissenstransfer dazu bei, die Qualität, Passgenauigkeit und Erfolgsaussichten von Fördermittelanträgen nachhaltig zu verbessern und die professionelle Umsetzung des Fördermittelmanagements in den beteiligten öffentlichen Institutionen zu sichern.

Anlass
Initiiert wurde das erste Treffen durch Mitarbeiterinnen der Gemeinden Niederkrüchten, Brüggen und Schwalmtal. Es fand im Sommer 2023 mit weiteren Kollegen der Stadtverwaltungen Viersen und Mönchengladbach statt. Hintergrund der Vernetzung war die Idee, sich in dem wachsenden „Förderdschungel“ mit anderen Kolleginnen/Kollegen auszutauschen und sich Ideen, Anregungen und Informationen für die eigenen Arbeitsbereiche einzuholen.

Kurzprofil
Im Gespräch hat sich herausgestellt, wie unterschiedlich die Kommunen das Thema "Fördermittel" angehen und ansiedeln. Dabei ist es aber doch entscheidend um den Kommunen Einnahmen für mannigfaltige Projekte zu sichern. Die Unterschiede beginnen bereits dabei, ob sich eine Kommune für ein zentrales oder dezentrales Fördermittelmanagement entscheidet. Angesiedelt wird die Aufgabe mal bei der Bauordnung, im Grünflächenamt, Kämmerei etc. Auch die Anzahl der Stellen oder Strukturierung in Vollzeit oder Teilzeit ist sehr unterschiedlich. Das Netzwerk dient dem regelmäßigen, strukturierten Austausch sowie der fachlichen und strategischen Weiterentwicklung des kommunalen Fördermittelmanagements. Informationen und Bearbeitungen zu Förderprogrammen werden gebündelt, weitergegeben und gemeinsam bewertet. Gleichzeitig reagiert das Netzwerk auf ein strukturelles Defizit: Das Fördermittelmanagement besitzt in vielen Kommunen bislang weder intern noch extern den erforderlichen Stellenwert. Durch den kontinuierlichen Austausch, die Sichtbarmachung von Fachkompetenz und die aktive Kommunikationsarbeit trägt das Netzwerk dazu bei, diese Rolle nachhaltig zu stärken. Schon jetzt wird eine spürbare Akzeptanz im Umfeld von allen Netzwerkteilnehmenden bemerkt.

Gewinn der Kooperation
Wir tauschen uns bei Treffen vor Ort miteinander aus. Wir geben Tipps und Hilfestellung. Natürlich stehen wir auch per Email und Telefon in Kontakt. Der Erfahrungsaustausch hat uns bereits auf viele Ideen gebracht und ist sehr hilfreich gewesen. Im Gespräch mit anderen Kommunen haben wir mittlerweile weitere "Mitglieder" gewonnen und dienen auch jeweils hausintern als Multiplikatoren. Regelmäßig erfolgt bei den Veranstaltungen mittlerweile ein zusätzlicher Impuls. Wir haben z.B. die Firma „LG Finance“ zu Gast gehabt, die ihr webbasiertes, digitales Förderregister vorgestellt hat. Seitdem wir die KommunalAgentur NRW eingeladen hatten, um das Fachnetzwerk Förderakquise bei uns vorzustellen, ist auch diese als verstärkender Partner bei unseren Treffen regelmäßig vertreten. Im Frühjahr 2024 konnten wir Herrn Dr. Martin Plum, MdB, für ein Netzwerktreffen gewinnen. Wir hatten die Möglichkeit, die Herausforderungen der verschiedenen Förderungsrichtlinien darzulegen. Es war ein konstruktiver Austausch. Nach diesem Treffen ergab sich ein weiterer Kontakt, sodass wir im Dezember 2025 die Möglichkeit zu einem Treffen im Landtag NRW hatten, um dort mit Herrn Thomas Schnelle MdL, Herrn Guido Goertz MdL sowie unseren Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk in einen guten Austausch zu kommen.

Grad der Innovation
Es beginnt bereits dabei, ob sich eine Kommune für ein zentrales oder dezentrales Fördermittelmanagement entscheidet. Jede Kommune siedelt das Thema "Fördermittel" in anderen Bereichen an und räumt ihm einen abweichenden Stellenwert ein. Eines ist den Gesprächen immer gemein: Es fehlt die Kommunikation untereinander. Werden Stellen, wie die eines Fördermittelmanagers geschaffen, sehen sich die Betroffenen allein, sollen aber im besten Fall den Haushalt der Kommune mit Einnahmen diverser Fördermittel "auf Vordermann" bringen. Sie erhalten dabei intern meist keine Unterstützung. Unser Netzwerk dient u.a. dazu, dass die Kommunen nicht für sich betrachtet nach Fördermitteln suchen müssen, sondern durch den regelmäßigen Austausch schneller Zugriff auf die komplexen EU-, Bundes- und Landesförderprogramme erhalten. Die Antragstellungen können dadurch vielfach effektiver gestaltet werden. Das Fördermittelnetzwerk stellt in seiner Form eine Innovation für die Region Niederrhein dar. Zum Zeitpunkt der Gründung – beginnend im Kreis Viersen – existierte kein vergleichbares, kommunal getragenes Netzwerk für den fachlichen und strategischen Austausch im Fördermittelmanagement. Auch über die Region hinaus ist diese Struktur bislang nicht flächendeckend etabliert. Das Fördernetzwerk ist in mehrfacher Hinsicht innovativ: 1. Neuartige Struktur einer interkommunalen Fach-Community Das Netzwerk vereint Kommunen, Kreise und kommunale Unternehmen in einer Form, die über klassische Arbeitskreise hinausgeht. Es entsteht eine expertisegetriebene, agile Community, die Wissen ohne organisatorische Barrieren teilt. 2. Integration externer Partner Einbindung externer Impulsgeber als Referenten. Kontakte in die Politik mit MdB und MdL als Kanal für Anliegen des Netzwerks. Dies führt zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit. 3. Digitalisierungsansätze im Fördermittelmanagement Das Netzwerk adressiert explizit die Digitalisierung, z. B.: – Nutzung digitaler Recherchesysteme – Austausch über digitale Plattformen (z. B. Communities, FM-Software) – Vorstellung kommunaler Digitalisierungsprojekte 4. Neue Form der interkommunalen Lernkultur Kein klassischer Verwaltungsarbeitskreis, sondern ein offener Raum, der neue Formen der Projektentwicklung und Förderstrategie unterstützt.

Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Wir haben mit fünf Gemeinden angefangen regelmäßige Treffen abzuhalten. In weniger als drei Jahren, haben viele weitere Kollegen das Angebot ergriffen und nehmen regelmäßig an unseren Treffen teil. Jede Kommune wird von ein oder zwei MitarbeiterInnen vertreten. Unser Netzwerk ist in den letzten drei Jahren kontinuierlich gewachsen. Zu den Kommunen gehören zu Schwalmtal, Niederkrüchten, Brüggen und Viersen mittlerweile auch die Gemeinden/Städte Erkelenz, Willich, Köln, Kreis Viersen, Grefrath, Geldern und Hürtgenwald. Auch Vertreter des Fachnetzwerks der KommunalAgentur NRW, der NEW AG und der NRW Bank kommen auf Einladung zu den regelmäßigen Treffen hinzu. Der Kontakt besteht auf Augenhöhe. Auch die als solche Netzwerkarbeit erfolgt ausdrücklich politisch neutral. Für uns alle ist der Kontakt miteinander ein großer Mehrwert für unsere Arbeit im Bereich der Fördermittelbeantragung, da wir alle an dem unterschiedlichen Erfahrungsschatz nutznießen, der auch darin besteht, dass wir ursprünglich aus anderen Bereichen der Verwaltung oder aus der freien Wirtschaft zu unserem jetzigen Arbeitsplatz gekommen sind. Durch diese Zusammensetzung wird im Netzwerk unterschiedliches Expertenwissen gebündelt, welches gerade für die kleineren Kommunen oftmals zu teuer ist. Somit können auf lange Sicht Personalkosten eingespart und die Qualität im Förderantragswesen gleichzeitig gesteigert werden. Dass wir gemeinsam etwas bewegen, wie groß die Unterstützung untereinander ist und dass wir voneinander profitieren, zeigt auch, dass Kollegen nach Stellen-oder Arbeitgeberwechseln weiterhin zu den Treffen erscheinen. 1. Dauerhafte Etablierung des Netzwerks Mehrere Jahre kontinuierlicher Austausch dokumentieren die Stabilität des Netzwerks. Regelmäßige Einladungen und Protokolle, belegen die langfristige Verankerung. 2. Hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten Immer mehr Kommunen beteiligen sich aktiv. Neben kommunalen Verwaltungen beteiligen sich auch kommunale Unternehmen wie die NEW-Gruppe aktiv an der Weiterentwicklung. 3. Nachhaltige Wirkung für kommunale Strukturen – Höhere Fördermittelakquise in der Region – Stärkere regionale Vernetzung – Wissen bleibt in der Region und wächst weiter 4. Übertragbarkeit auf andere Regionen Das Modell des Netzwerks lässt sich leicht skalieren und dient als Best-Practice für andere Landesteile oder Themenfelder (z. B. Mobilität, Digitalisierung, Energie). Die Besonderheit und Einzigartigkeit des Netzwerks liegt in seiner ausschließlich kommunalen Praxisorientierung, der institutionsübergreifenden Zusammenarbeit sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung aus der Verwaltungspraxis heraus. Anders als projektbezogene oder zeitlich befristete Austauschformate ist das Netzwerk dauerhaft angelegt, unabhängig von einzelnen Förderprogrammen und flexibel an neue Förderkulissen anpassbar. Durch diese Struktur fördert das Netzwerk den nachhaltigen Kompetenzaufbau, vermeidet Doppelstrukturen, erhöht die Fördermittelquote in den Kommunen und stärkt langfristig die Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit kommunaler Verwaltungen.

Dokumente


Bestätigung
1

Eingegangen am
06.02.2026 00:00

Eingereicht am
06.02.2026 10:55