Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal
Kategorie
Umwelt, Planung & Infrastruktur
Name der Kommune/des Verbandes
Stadt Witten
Fachbereich/Abteilung
Baudezernat, Koordinierungsstelle Stadterneuerung und Klimaschutz
Ansprechpartner
Petra Klein
E-Mail-Adresse
stadterneuerung-klimaschutz@stadt-witten.de
Telefonnummer
02302 581 4011
Kurzbeschreibung
Die interkommunale Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal ist ein strategischer Zusammenschluss der Städte Hagen, Herdecke, Wetter (Ruhr), Witten und Hattingen zur gemeinsamen Entwicklung eines zusammenhängenden Landschafts- und Stadtraums entlang der Ruhr. Seit 2019 gestalten die Kommunen diesen Raum in enger Abstimmung und mit regionalen Partnern als nachhaltigen Natur-, Freizeit- und Mobilitätsraum mit hoher Aufenthaltsqualität und überregionaler Ausstrahlung. Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 dient dabei als Impuls und Katalysator für eine langfristig angelegte Entwicklung.
Ziel
Ziel der Kooperation ist es, das Mittlere Ruhrtal als integrierten und identitätsstiftenden Landschaftsraum dauerhaft zu stärken und so die Attraktivität der Region für die Bewohnerinnen und Bewohner und den Tourismus zu erhöhen. Die Kooperation beschränkt sich dabei nicht nur auf interkommunal abgestimmte Bauprojekte zur Stärkung bedeutender Orte in den Kommunen wie z.B. dem Muttental in Witten oder dem Koepchenwerk in Herdecke, sie dient auch der Abstimmung gemeinsamer Entwicklungen an verbindender Infrastruktur. So sollen z.B. Ruhrtalsteig und der RuhrtalRadweg in Nutzbarkeit und Qualität gesteigert werden, mit gemeinsam entwickelten Gestaltungshandbüchern für die Abschnitte im Mittleren Ruhrtal. Neben den positiven Effekten einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit in der Projektentwicklung und -durchführung soll ein gemeinsamer Auftritt der Region auch die Wirkung nach außen stärken. Die Zusammenarbeit verbessert die Kommunikation mit Fördergebern, Genehmigungsbehörden und Kooperationspartnern, der Austausch der Kommunen stellt einen regelmäßigen Informationsfluss sicher. Die gemeinsame Vermarktung sorgt für eine höhere Sichtbarkeit bei Touristen, die im Mittleren Ruhrtal eine einzigartige Mischung aus Landschaft, Urbanität, Industriekultur und historischen Sehenswürdigkeiten finden können.
Anlass
Die Vielzahl der Projekte zur IGA 2027 im Mittleren Ruhrtal war Anlass, bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue Strukturen der Zusammenarbeit zu etablieren. Die IGA fungierte dabei zu Beginn als gemeinsamer Rahmen, um strategische Ziele zu bündeln, Investitionen zu koordinieren und eine Perspektive für den Landschaftsraum zu entwickeln. Inzwischen kooperiert nicht nur die Planungsebene, sondern auch die Verantwortlichen aus den Bereichen Tourismus und Kultur, um im IGA Veranstaltungsjahr 2027 ein regional abgestimmtes herausragendes Veranstaltungsprogramm zu zeigen. Die Kommunen profitierend dabei auch von älteren Ansätzen der interkommunalen Zusammenarbeit, die mit der Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal deutlich ausgeweitet werden konnten.
Kurzprofil
Im Mittelpunkt der Kooperation stehen vier Ruhrbänder und neun Ruhrfenster, die den Landschaftsraum thematisch, räumlich und funktional miteinander verbinden. Die vier Ruhrbänder sind die Ruhr als Wasserweg, der neue Wanderweg Ruhrtalsteig, die historische Ruhrtalbahn und ein zentraler Abschnitt des renommierten Fernradwegs RuhrtalRadweg. Die Ruhrfenster sind bedeutende Orte der Industriekultur wie das Koepchenwerk (Herdecke), das Muttental (Witten) oder das Wasserwerk in Wetter (Ruhr). Dazu kommen historische Orte wie die Freiheit Wetter (Ruhr), der Gethmannsche Garten in Hattingen und das SeeBad Hengstey in Hagen. Auch überregional bedeutende Grünstrukturen wie der Mühlengraben in Witten, der SeePark (Hagen) und die Ruhrpromenade Winz-Baak (Hattingen) sind Teil der gemeinsamen Entwicklung. Die Projekte wurden gemeinsam konzipiert, sind aufeinander abgestimmt und in ein übergeordnetes Leitbild für das Mittlere Ruhrtal eingebettet. Die Kooperation zeichnet sich durch eine informelle und beständige Zusammenarbeit auf Ebene der Verwaltungsspitzen aus. Ein regelmäßig alle zwei Monate tagender Lenkungskreis auf Ebene der Planungsverantwortlichen, Dezernenten und Amtsleiter, steuert das Gesamtprojekt. Ein gemeinsam, mit Hilfe der Städtebauförderung, beauftragtes Projektbüro sorgt für einen kontinuierlichen Informationsfluss und organisiert die interkommunale Zusammenarbeit.
Gewinn der Kooperation
Der Gewinn für die kooperierenden Städte liegt vor allem in der deutlich erhöhten überregionalen Sichtbarkeit der Region und der verbesserten Abstimmung in Planungsfragen. Kooperationspartner, Fördergeber und die IGA gGmbH honorieren den gemeinsamen Einsatz der Städte für ihre Projekte, u.a. mit der Auszeichnung als Zukunftsprojekt der IGA. Auch die ersten Ansätze zur gemeinsamen Vermarktung insb. im touristischen Bereich zeigen Wirkung und werden zur IGA 2027 erstmals sichtbar. Die Zusammenarbeit an Planungsprojekten wie einer Machbarkeitsstudie für den Ausbau des RuhrtalRadwegs und der Entwicklung des neuen Ruhrtalsteigs spart kommunale Ressourcen und schafft Synergieeffekte bei der Entwicklung von durchgängigen Verbindungen. An Stelle von Einzelfallentscheidungen in den Kommunen treten abgestimmte und gemeinsam entwickelte Handbücher für die Gestaltung von Ruhrtalsteig und RuhrtalRadweg. Diese bieten einerseits genug Freiraum für kommunale Belange in Qualitäten und Quantitäten, anderseits sorgen sie mit einer durchgängigen Gestaltung entlang der Wege für einen Wiedererkennungswert bei Besucherinnen und Besuchern.
Grad der Innovation
Die enge, kontinuierliche Zusammenarbeit der fünf Städte ist im Ruhrgebiet in dieser Form außergewöhnlich und setzt neue Maßstäbe für interkommunale Kooperationen. Innovationen werden in der Zusammenarbeit regelmäßig sichtbar: Austauschrunden zu fachlichen Fragen stärken die Kompetenzen jedes Einzelnen auch auf Ebene der Sachbearbeiter. Und inzwischen kooperieren auch die Verantwortlichen für Tourismus und Kultur aus den fünf Städten und dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Vermarktung im touristischen Sinne und die Veranstaltungsformate zur IGA 2027 werden dabei konsequent auf die regionale Marke „Mittleres Ruhrtal“ ausgerichtet. Die Ausweitung der interkommunalen Kooperation von der Ebene der Planungsverantwortlichen auch auf die Bereiche Tourismus und Kultur zeugt von einer ungebrochenen Innovationskraft – die Kooperation Mittleres Ruhrtal ist inzwischen so gesetzt, dass die Verwaltungen und ihre Partner auch auf dieser Ebene wie selbstverständlich zusammenarbeiten.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Schon heute wird in der Kooperation über das Jahr IGA-Jahr 2027 hinausgedacht. Die erzielten Mehrwerte beim Know-How-Transfer, der Abstimmung von Projekten und der gemeinsamen Vermarktung sind so groß, dass eine Zusammenarbeit auch über 2027 hinaus gesetzt ist. Die Kooperation adressiert dabei schon heute zentrale Zukunftsfragen wie Klimaanpassung, nachhaltige Mobilität und Biodiversität und verbindet diese mit sozialer Teilhabe, regionaler Identität und wirtschaftlicher Entwicklung. Diese Leitthemen sollen auch nach der IGA 2027 Grundlage der interkommunalen Zusammenarbeit bleiben. Im Fokus stehen dann neben der Vermarktung als Region "Mittleres Ruhrtal" auch Projekte, die bislang nicht in Gänze umgesetzt werden konnten und die weitere Verbesserung der Qualität der Ruhrbänder. Mit dem geplanten Ausbau der Ruhrtalbahn zur S-Bahn-Strecke steht außerdem perspektivisch eine große Aufgabe in der verbindenden Infrastruktur an.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/241219_IGA_Panorama_Illustration_01.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
06.02.2026 00:00
Eingereicht am
09.02.2026 11:09