Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
Gemeinsame Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo)
Kategorie
Informationsaustausch & Vernetzung
Name der Kommune/des Verbandes
Städte Wuppertal, Remscheid, Solingen, Leverkusen, Langenfeld
Fachbereich/Abteilung
GeKo
Ansprechpartner
Stefan Grawe
E-Mail-Adresse
stefan.grawe@stadt.wuppertal.de
Telefonnummer
0202 5635389
Kurzbeschreibung
GeKo Rhein-Wupper steht für einen neuen Weg der interkommunalen Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen. Fünf Städte bündeln erstmals ihre Kompetenzen in einer gemeinsamen Koordinierungsstelle, um sicherheits-, sozial- und ordnungsrelevante Entwicklungen über Stadtgrenzen hinweg frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln. Kriminelle und missbräuchliche Strukturen enden nicht an kommunalen Grenzen – Informationen und Gegenmaßnahmen dürfen es daher auch nicht. Die GeKo Rhein-Wupper schafft genau hier einen strukturellen Mehrwert: Sie vernetzt Wissen, erstellt gemeinsame Lagebilder, priorisiert Handlungsbedarfe und koordiniert abgestimmte Maßnahmen, bevor Fehlentwicklungen verfestigt oder lediglich in Nachbarkommunen verdrängt werden. Als Interkommunales Shared Service Center verbindet die GeKo Prävention, Sicherheit, Soziales und Stadtentwicklung zu einem integrierten Ansatz. Dadurch werden Ressourcen effizient genutzt, Reaktionszeiten verkürzt und öffentliche Mittel geschützt. Gleichzeitig stärkt das Projekt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und das Vertrauen in staatliches Handeln. Die GeKo Rhein-Wupper ist übertragbar, nachhaltig und vorbildhaft – ein Leuchtturmprojekt für moderne kommunale Zusammenarbeit, das zeigt, wie Verwaltungen gemeinsam wirksamer handeln können als allein.
Ziel
Ziel der GeKo Rhein-Wupper ist es, kommunales Handeln dort zu stärken, wo einzelne Städte an ihre Grenzen stoßen: bei kriminellen, ausbeuterischen und missbräuchlichen Strukturen, die sich über Stadtgrenzen hinwegbewegen und gezielt Lücken zwischen Zuständigkeiten ausnutzen. Die GeKo verfolgt das Ziel, relevante Informationen frühzeitig zu bündeln, gemeinsam zu bewerten und in abgestimmtes Handeln zu übersetzen, bevor sich Fehlentwicklungen verfestigen. Prävention steht dabei im Mittelpunkt – repressives Vorgehen bleibt möglich, soll aber idealerweise gar nicht erst notwendig werden. Durch die institutionalisierte Zusammenarbeit mehrerer Kommunen entsteht eine gemeinsame Sicht auf Problemlagen, die schnellere Reaktionen, wirksamere Maßnahmen und einen effizienteren Einsatz öffentlicher Ressourcen ermöglicht. Gleichzeitig sollen strukturelle Hindernisse im kommunalen Handeln sichtbar gemacht und als Impulse für praxisnahe gesetzliche Verbesserungen an Land und Bund zurückgespielt werden. Ein weiteres Ziel ist das Wachstum des Projektes. Es sollen weitere Kommunen dem Projekt beitreten, wodurch die Kosten der einzelnen Kommunen reduziert werden und der Mehrwert erhöht wird.
Anlass
Der Anlass für die Gründung der GeKo Rhein-Wupper liegt in einer wachsenden Diskrepanz zwischen der grenzenlosen Wirklichkeit komplexer Problem- und Kriminalitätslagen und der begrenzten Zuständigkeit einzelner Kommunen. In den beteiligten Städten zeigte sich zunehmend, dass organisierter Sozialleistungsmissbrauch, Problemimmobilien, gewerbliche Scheinkonstruktionen und weitere Formen ausbeuterischer oder krimineller Strukturen systematisch über Stadtgrenzen hinweg agieren und gezielt administrative Schnittstellen ausnutzen. Einzelne Kommunen stießen dabei trotz hoher fachlicher Kompetenz immer häufiger an strukturelle Grenzen: Informationen lagen verteilt vor, Reaktionszeiten verlängerten sich und Maßnahmen führten nicht selten zu Verdrängungseffekten in Nachbarstädte, statt zu nachhaltigen Lösungen. Gleichzeitig wuchs der finanzielle Schaden für die öffentliche Hand sowie der Druck auf besonders betroffene Stadtquartiere. Vor diesem Hintergrund entstand die gemeinsame Erkenntnis, dass diesen Entwicklungen nicht mit isolierten Einzelmaßnahmen, sondern nur mit einer dauerhaften, strukturierten und gleichberechtigten interkommunalen Zusammenarbeit begegnet werden kann. Ziel war es daher, eine feste Koordinierungsstelle zu schaffen, die Wissen bündelt, Muster erkennt und präventives Handeln ermöglicht, bevor sich Fehlentwicklungen verfestigen. Die GeKo Rhein-Wupper wurde somit aus dem praktischen Bedarf der Kommunen heraus gegründet – als konsequente Antwort auf reale Problemlagen und als innovativer Schritt hin zu einem koordinierten, vorausschauenden und wirksamen kommunalen Handeln über Verwaltungsgrenzen hinweg.
Kurzprofil
Projektname: GeKo Rhein-Wupper – Gemeinsame Koordinierungsstelle Rhein-Wupper Projektart: Interkommunales Kooperationsprojekt / Interkommunales Shared Service Center Beteiligte Kommunen: Wuppertal, Leverkusen, Solingen, Remscheid, Langenfeld Anlass: Zunehmende kommunenübergreifende kriminelle, ausbeuterische und missbräuchliche Strukturen, die bestehende Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen gezielt ausnutzen und mit Einzelmaßnahmen nicht wirksam bekämpft werden können. Zielsetzung: Ziel der GeKo Rhein-Wupper ist es, relevante sicherheits-, sozial- und ordnungsrelevante Informationen frühzeitig über Stadtgrenzen hinweg zu bündeln, zu analysieren und in abgestimmtes präventives Handeln zu überführen. Dadurch sollen Fehlentwicklungen verhindert, Reaktionszeiten verkürzt und die Wirksamkeit kommunalen Handelns nachhaltig erhöht werden. Kerninhalte: • Präventive Bekämpfung von Sozialleistungsmissbrauch, organisierter Kriminalität und Problemimmobilien • Erstellung gemeinsamer Lagebilder und Priorisierung von Handlungsbedarfen • Koordination städteübergreifender Maßnahmen und Großprüfungen • Aufbau einer gemeinsamen Wissens- und Datenplattform • Ableitung gesetzgeberischer Verbesserungsbedarfe aus der Praxis Innovationsgehalt: Die GeKo Rhein-Wupper verbindet erstmals Prävention, Sicherheit, Soziales und Stadtentwicklung in einer dauerhaft institutionalisierten interkommunalen Struktur und wirkt als zentraler Wissens- und Koordinationshub für mehrere Kommunen. Mehrwert: • Vermeidung von Doppelstrukturen und Verdrängungseffekten • Effizienterer Ressourceneinsatz • Messbare Einsparungen und Mehreinnahmen • Stärkung des Sicherheitsgefühls und des Vertrauens in staatliches Handeln Organisationsform: Kommunale Arbeitsgemeinschaft auf Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung Laufzeit: Mindestens 5 Jahre, mit Perspektive auf Verstetigung und Erweiterung
Gewinn der Kooperation
Der größte Gewinn der interkommunalen Kooperation in der GeKo Rhein-Wupper liegt darin, dass die beteiligten Kommunen gemeinsam mehr erreichen können als jede für sich allein. Kriminelle, ausbeuterische und missbräuchliche Strukturen agieren über Stadtgrenzen hinweg – die Zusammenarbeit sorgt dafür, dass kommunales Handeln diese Grenzen ebenfalls überwindet. Durch den systematischen Austausch und die gemeinsame Auswertung relevanter Informationen entstehen frühzeitig belastbare Lagebilder, die es ermöglichen, Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und abgestimmte Maßnahmen einzuleiten. Reaktionszeiten werden verkürzt und Doppelarbeit vermieden. Die Bündelung von Fachwissen, Erfahrungen und Ressourcen führt zu einer deutlich höheren Effizienz. Statt paralleler Einzelmaßnahmen werden gemeinsame Strategien entwickelt, die präventiv wirken und – wo notwendig – auch repressives Vorgehen gezielt unterstützen. Dies schont nicht nur personelle und finanzielle Ressourcen, sondern erhöht auch die Wirksamkeit kommunalen Handelns insgesamt. Ein weiterer wesentlicher Gewinn ist der Lerneffekt zwischen den Kommunen. Bewährte Verfahren, Best Practices und neue Lösungsansätze stehen allen Beteiligten zur Verfügung und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Gleichzeitig ermöglicht die Kooperation, strukturelle Hemmnisse im Verwaltungshandeln sichtbar zu machen und als Impulse für praxisnahe gesetzliche Verbesserungen weiterzugeben. Nicht zuletzt profitiert die Bevölkerung: Die Zusammenarbeit stärkt das Sicherheitsgefühl, fördert Gerechtigkeit und erhöht das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Die GeKo Rhein-Wupper steht damit für einen nachhaltigen Mehrwert – organisatorisch, finanziell und gesellschaftlich.
Grad der Innovation
Die GeKo Rhein-Wupper weist einen hohen Innovationsgrad auf, da sie bekannte kommunale Aufgaben in einer neuen, strukturell verankerten und bislang einzigartigen Form der interkommunalen Zusammenarbeit zusammenführt. Innovativ ist das Projekt insbesondere, weil es nicht auf punktuelle Kooperationen oder zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen setzt, sondern eine dauerhafte, institutionalisierte Koordinierungsstelle schafft, die präventives Handeln systematisch über Stadtgrenzen hinweg ermöglicht. Damit wird ein strukturelles Defizit klassischer kommunaler Organisation überwunden: die Trennung von Zuständigkeiten bei gleichzeitiger grenzüberschreitender Problemlage. Ein weiterer Innovationsaspekt liegt im integrierten Ansatz. Die GeKo Rhein-Wupper verbindet erstmals Sicherheits-, Sozial-, Ordnungs- und stadtentwicklungsbezogene Themen in einem gemeinsamen Handlungsrahmen. Prävention steht dabei im Vordergrund, ohne repressive Maßnahmen auszuschließen. Diese bewusste Schwerpunktsetzung unterscheidet das Projekt deutlich von bestehenden Sicherheitskooperationen. Besonders innovativ ist zudem der Aufbau eines Interkommunalen Shared Service Centers mit gemeinsamer Wissens- und Datenbasis. Erkenntnisse, Lagebilder, Best Practices und Handlungsempfehlungen werden zentral aufbereitet und allen beteiligten Kommunen dauerhaft zur Verfügung gestellt. Dadurch entsteht ein lernendes System, das kontinuierlich weiterentwickelt werden kann. Schließlich besitzt das Projekt Innovationskraft über die beteiligten Kommunen hinaus: Die GeKo Rhein-Wupper ist übertragbar, skalierbar und anschlussfähig für weitere Kommunen und eignet sich als Modell für andere Regionen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Die GeKo Rhein-Wupper ist von Beginn an auf Dauerhaftigkeit, Anpassungsfähigkeit und Weiterentwicklung ausgelegt. Sie reagiert nicht nur auf aktuelle Problemlagen, sondern schafft eine strukturelle Antwort auf langfristige Herausforderungen, die Kommunen auch in Zukunft beschäftigen werden – insbesondere im Bereich organisierter Kriminalität, sozialer Missbrauchsstrukturen und komplexer stadtentwicklungsbezogener Fehlentwicklungen. Zukunftsfähig ist das Projekt vor allem durch seine institutionalisierte Organisationsform. Die GeKo wird als feste interkommunale Koordinierungsstelle auf Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung eingerichtet und ist nicht auf kurzfristige Förderlogiken oder Einzelmaßnahmen beschränkt. Damit entsteht eine belastbare Struktur, die unabhängig von Personalwechseln, politischen Zyklen oder kurzfristigen Schwerpunktsetzungen handlungsfähig bleibt. Nachhaltigkeit zeigt sich zudem im präventiven Ansatz. Durch frühzeitige Informationsbündelung, gemeinsame Lagebilder und abgestimmte Strategien werden Fehlentwicklungen bereits im Entstehen erkannt und verhindert. Dies reduziert langfristig den Bedarf an kostenintensiven repressiven Maßnahmen und führt zu einer dauerhaften Entlastung kommunaler Haushalte. Ein weiterer nachhaltiger Faktor ist der Aufbau eines Interkommunalen Shared Service Centers mit einer gemeinsamen Wissens- und Datenbasis. Erkenntnisse, Handlungsempfehlungen und Best Practices bleiben dauerhaft verfügbar, werden kontinuierlich weiterentwickelt und können auch von neuen Mitgliedskommunen genutzt werden. Die GeKo wird damit zu einem lernenden System, das sich flexibel an neue Phänomene und Herausforderungen anpassen kann. Schließlich ist das Projekt skalierbar und übertragbar. Der Zusammenschluss ist offen für weitere Kommunen, die Strukturen lassen sich auf andere Regionen übertragen und die gewonnenen Erkenntnisse können in landesweite Strategien und gesetzgeberische Prozesse einfließen. Damit wirkt die GeKo Rhein-Wupper über den eigenen Wirkungsraum hinaus und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung kommunaler Handlungsfähigkeit.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/Anlage-1b-GeKo_Kooperationsvertrag_fin.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
06.02.2026 00:00
Eingereicht am
06.02.2026 11:51