Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
„Prima. Klima. Ruhrmetropole.“
Kategorie
Umwelt, Planung & Infrastruktur
Name der Kommune/des Verbandes
Leadkommune des Projekts „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“: Stadt Gelsenkirchen, Teilnehmerkommunen: Bottrop, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Lünen, Oberhausen und Xanten
Fachbereich/Abteilung
Leadkommune Stadt Gelsenkirchen, Stabsstelle Zukunftspartnerschaft Wohnen / Strategische Stadterneuerung, Team 2: Stadterneuerung und städtebauliche Projekte
Ansprechpartner
Frau Irja Hönekopp (Stabsstellenleitung), Herr Marcel Schröder und Frau Lisann Pohlmann (Ansprechpersonen für Prima. Klima. Ruhrmetropole.)
E-Mail-Adresse
lisann.pohlmann@gelsenkirchen.de
Telefonnummer
+492091695530
Kurzbeschreibung
„Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ ist ein interkommunales Projekt in der Metropole Ruhr bei dem acht teilnehmende Kommunen bis 2029 innovative Konzepte für eine klimarobuste und integrierte Quartiersentwicklung erproben. Ziel ist, dass übertrag-bare Modellquartiere entstehen, die beispielhaft für eine nachhaltige, resiliente und lebenswerte Stadtentwicklung stehen. Im Fokus der Quartiersentwicklung steht hierbei ein CO₂-reduzierter Gebäudebestand, sozialer und attraktiver Wohnraum sowie die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Mobilität, Wärmeversorgung, Digi-talisierung und Freiraumgestaltung. Zugleich strebt das interkommunale Vorhaben eine Anpassung an den Klimawandel und den demografischen Wandel an. Die teil-nehmenden Städte Bottrop, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Lünen, Ober-hausen und Xanten starten den Entwicklungsprozess in den nachfolgenden Quartie-ren: 1. Bottrop: Prima.Klima.Kirchhellen 2. Duisburg: Prima.Klima.Neuenkamp 3. Essen: KlimaQuartier Katernberg-Beisen 4. Gelsenkirchen: Prima. Klima. Horst: Jetzt geht’s los! 5. Hagen: Prima.Klima.Wehringhausen – 67 plus 6. Lünen: Prima. Klima. Brambauer – Neue und Alte Kolonie: Von Bergbau- zu Klimaquartieren 7. Oberhausen: Prima.Klima.Tackenberg 8. Xanten: Klimaquartier Xanten Inhaltlich fokussieren sich die Kommunen innerhalb des Projekts unter anderem auf Handlungsfelder, wie die Sanierung des Wohnungsbestandes, energiewirtschaftliche Fragestellungen, die Transformation der Wärmeversorgung mit dem Ziel der CO₂-Reduktion, die Etablierung von Ansätzen einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sowie Maßnahmen zum Ausbau der Blau-Grünen Infrastruktur und zur Klimaanpas-sung. Im Mittelpunkt stehen nicht nur konkrete Maßnahmen, sondern auch das gemeinsame Lernen und die interkommunale Zusammenarbeit. Der Austausch zwischen den beteiligten Städten fördert Synergien und schafft praxisnahe Lösun-gen, die sich an den Zielen des EU-Green-Deals und des Pariser Klimaschutzabkom-mens orientieren. Gleichzeitig sollen durch regionale Veranstaltungen auch für wei-tere Kommunen sowie Partnerinnen und Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnungswesen praxisnahe Ansätze in die Region getragen und ein dauerhaftes Netzwerk für die zukunftsfähige Quartiersentwicklung geschaffen werden. Für die Finanzierung zur Umsetzung einzelner Vorhaben wird ein strategisch kombinierter Ansatz verfolgt, bei dem die interkommunale Zusammenarbeit ebenfalls eine wichti-ge Rolle spielt, etwa bei der gemeinsamen Beantragung von Fördermitteln. Zudem wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Weitere Informationen sind zu finden auf der Website: https://www.bauhaus.nrw/projekte/prima-klima-ruhrmetropole
Ziel
Das Projekt zielt grundsätzlich darauf ab die Metropole Ruhr auf dem Weg zur Transformation zu einer klimaneutralen Region zu unterstützen und den Weg als Vorreiter zu ebnen. Mit dem Projekt wird gezeigt, wie in unterschiedlichen Quartierssituationen zukunftsfähige Konzepte und Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt und umgesetzt werden können. Egal ob es sich um eine Arbeitersiedlung, eine denkmalgeschützte Siedlung, eine Siedlung aus den 50er Jahren, ein schrumpfendes oder wachsendes Quartier oder eine Einfamilienhaussiedlung handelt – die Region bietet großes Potential, um verschiedene Ansätze der energetischen Quartiersentwicklung zu erproben und umzusetzen. Es sollen neue Wege der Quartierssanierung beschritten werden. So sollen bis 2029 im Rahmen des Projekts modellhafte Lösungen für die acht Quartiere entwickelt werden, die auf vergleichbare Quartiere übertragbar sind. Dabei sind die Ziele und Anforderungen des Green Deals der EU und des Klimaschutzabkommens von Paris zu berücksichtigen. Es soll der CO₂-neutrale Gebäudebestand vorangebracht sowie bezahlbarer, klimarobuster und attraktiver Wohnraum sichergestellt werden. Daneben geht es auch darum die Daseinsvorsorge zu erhalten und für Themen wie Wärmeversorgung, Sonnenstrom, nachhaltige Mobiltät, Digitalisierung und die Anpassung des öffentlichen Raums an den Klimawandel zu sensibilisieren. Der klimarobuste Stadtumbau wird damit zur Grundlage, um die Zukunftsfähigkeit und die Lebensqualität der Quartiere zu garantieren. Ein weiteres zentrales Ziel und Bestandteil des Projekts ist, neben der Entwicklung und dem Umbau dieser Quartiere, insbesondere auch die Gestaltung der Prozesse dorthin: das gemeinsame Lernen und die interkommunale sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit. In diesem Prozess sollen die teilnehmenden Kommunen die Mehrwerte ihrer Kooperation, den interkommunalen Wissensaustausch und die interkommunale Arbeitsteilung nutzen.
Anlass
In der Metropole Ruhr leben mehr als fünf Millionen Menschen in einer Region, die Wirtschaftsstärke, gute Lebensqualität und vielfältige Wohn- und Freizeitmöglichkeiten vereint. Durch die Nähe von Arbeiten, Wohnen und Erholung mit kurzen Wegen zeigt sie, wie Wohlstand, Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe miteinander verbunden werden können – und wirkt damit weit über ihre Grenzen hinaus. Um dieses Potential gezielt zu nutzen, hat die Landesregierung 2018 die Ruhr-Konferenz ins Leben gerufen. Ein zentrales Vorhaben daraus ist das Projekt „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ (vormals: Ruhrquartiere in Transformation) des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD), dass Maßstäbe für die klimaneutrale Transformation der Region setzen soll. Das Projekt wurde 2019 in der Ruhr-Konferenz im Handlungsfeld „Sichere Energie – gesunde Umwelt“ entwickelt. Hintergrund sind die Herausforderungen einer klimagerechten Transformation, vor denen die Städte und Quartiere in der Region stehen: Extremwetterereignisse wie Stürme, Hitzewellen und Trockenheit, Starkniederschläge und damit einhergehende Überschwemmungen nehmen in Häufigkeit und Intensität zu. All diese Ereignisse bieten Anlass für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Strategien für eine klimaneutrale Zukunft der Quartiere. Das Ziel der Projektidee „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ war demnach eine ganzheitliche, klimagerechte Quartiersentwicklung in der Region auszuweiten und Vorhaben zu finden, die insbesondere den Strukturwandel in der Metropole Ruhr unter dem Aspekt der Reduzierung der Treibhausgasemission bis 2030 unterstützen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Umsetzung und Realisierung, um den CO₂-Ausstoß im Gebäudebestand zu reduzieren und neue Wege zur Klimaneutralität zu finden. Die gesuchten Quartiere sollten zudem durch den Einsatz moderner Technologien effizienter und damit klimaschonender sowie lebenswerter gestaltet werden.
Kurzprofil
Innerhalb des Projekts „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ wurden zu Beginn in einem zweistufen Wettbewerb acht Kommunen ausgewählt, die am Projekt mit ihren Quartieren teilnehmen und diese durch neue Wege zukunftsorientiert entwickeln. Mit nachfolgenden Modellquartieren agieren die Kommunen in der interkommunalen Zusammenarbeit als auch in der jeweiligen kommunalen Arbeit mit verschiedenen Partnern, wie zum Beispiel landwirtschaftlichen Betrieben, Gewerbetreibenden, Vereinen, Geldinstituten, Wohnungswirtschaft (Genossenschaften und Privatunternehmen), Privateigentümerinnen und -eigentümern, Schulen und Kitas. Bottrop: Prima.Klima.Kirchhellen Fläche 373 ha, Einwohner im Quartier: 11.000 (118.000 Gesamtstadt) Hier entsteht ein energieautarkes Quartier, das ländliche Strukturen mit innovativen Smart-City-Ansätzen verbindet. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer nachhaltigen Energie- und Wärmeversorgung, die über Nahwärmenetze, umfassende energetische Sanierungen sowie eine Bürgerenergiegenossenschaft getragen wird. Ergänzend werden Maßnahmen im öffentlichen Raum umgesetzt: Entsiegelung, Begrünung und die klimaangepasste Gestaltung von Flächen erhöhen die Lebensqualität und stärken die Klimarobustheit des Quartiers. Duisburg: Prima.Klima.Neuenkamp Fläche: 120 ha, Einwohner im Quartier: 4.900 (498.000 Gesamtstadt) Für das Gebiet wird auf den Umbau zu einem zukunftsfähigen Klimaquartier am Rhein gesetzt. Zentrale Bausteine sind die Umstellung der Energieversorgung auf Fernwärme, ergänzt durch quartiersbezogene Nahwärmenetze, sowie die Schaffung bezahlbaren und klimagerechten Wohnraums. Grün-blaue Infrastruktur wird gezielt ausgebaut und durch Rückbau alter Bausubstanz aufgewertet. Gleichzeitig fördert das Projekt den Radverkehr: neue Verbindungen zur Rheinaue und in die Innenstadt schaffen attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote. Essen: KlimaQuartier Katernberg-Beisen Fläche 83 ha, Einwohner im Quartier: 5.000 (593.000 Gesamtstadt) Hier wird ein integrierter Ansatz verfolgt, der energetische Gebäudesanierung mit innovativen Lösungen im Regenwassermanagement kombiniert. Multifunktionale Grünflächen stärken die ökologische Qualität und erhöhen die Aufenthaltsqualität im Quartier. Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen werden bewusst gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gestaltet: ein mehrsprachiges und kultursensibles Sanierungsmanagement sowie Angebote zur Umweltbildung gewährleisten eine breite Beteiligung. Zudem erfolgt der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur mit Anbindungen an überregionale Radtrassen. Gelsenkirchen: Prima. Klima. Horst: Jetzt geht’s los! Fläche: 105 ha, Einwohner im Quartier: ca. 8.000 (260.000 Gesamtstadt) Neben der Umstellung der Wärmeversorgung stehen Rückbau und Sanierung von Gebäuden im Fokus, verbunden mit Ansätzen der Kreislaufwirtschaft in einem neuen Akteursnetzwerk. Durch die Schaffung zusätzlicher Freiräume, die Vernetzung von Grünflächen sowie die klimaangepasste Gestaltung von Außenflächen wird die Widerstandsfähigkeit des Quartiers gestärkt. Hagen: Prima. Klima. Wehringhausen – 67plus Fläche 134 ha, Einwohner im Quartier: 12.000 (189.000 Gesamtstadt) Hier wird ein gründerzeitlich geprägtes Quartier klimagerecht umgebaut. Auf Ebene der Baublöcke werden angepasste Modernisierungskonzepte verfolgt, die technisch angepasste Lösungen anbieten und ökonomische Synergien durch Einsparung von Baukosten bieten. Ziel ist die Entwicklung klimaangepasster Frei- und Grünräume in den Blockinnenbereichen sowie die Umnutzung von Stellplätzen in den Blockzwischenbereichen zur Steigerung der Lebensqualität und Verbesserung des Mikroklimas. Der klimagerechte Umbau erfolgt kooperativ unter Einbindung und Aktivierung der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der Bewohnerschaft. Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen werden systematisch mit Beteiligungsformaten verknüpft. Lünen: Prima. Klima. Brambauer – Neue und Alte Kolonie: Von Bergbau- zu Klimaquartieren Fläche 39 ha, Einwohner im Quartier: 19.600 (89.000 Gesamtstadt) Die Bergarbeitersiedlungen werden energetisch saniert und dabei wird gleichzeitig die städtebauliche Qualität des historischen Siedlungsbildes erhalten. Die vorhandenen Mietergärten bieten ein erhebliches Potenzial und einen konkreten Ansatzpunkt, die urbane Lebensmittelproduktion zu fördern. Durch die Umgestaltung der privaten und öffentlichen Grünflächen werden sowohl mehr Biodiversität als auch eine stärkere Hitze Resilienz erreicht. Für die multikulturell geprägte Bewohnerschaft soll das nachbarschaftliche Miteinander und umweltfreundliche Formen der Mobilität gefördert werden. Oberhausen: Prima.Klima.Tackenberg Fläche 250 ha, Einwohner im Quartier: 7.300 (Gesamtstadt 211.000) Durch den Einsatz eines neuen kommunalen Förderangebotes wird die energetische Sanierung des privaten Gebäudebestandes vorangebracht. Dabei sollen auch verschiedene innovative Formen der Wärmeversorgung erprobt werden. Die Umgestaltung der Freiflächen heben auf eine naturverträgliche Nutzung ab und haben erhebliches Potenzial für die Klimaanpassung. Xanten: Klimaquartier Xanten Fläche 147 ha, Einwohner im Quartier: 5.600 (21.600 Gesamtstadt) Der private Gebäudebestand wird energetisch saniert und die Wärme- und Energieversorgung umgestellt. Um den Verbrauch der Wohnflächen zu senken bzw. zu optimieren wird die Einrichtung einer sozialen Beratungs - und Vermittlungsstelle für Untervermietungen und Wohnpartnerschaften angestrebt. Der Umbau eines Schulstandortes soll Anschauung für nachhaltiges und zirkuläres Bauen liefern. Die Zusammenarbeit mit dem Handwerk soll zu einer effizienteren Umsetzung der energetischen Stadterneuerung führen. Als Beitrag zur Klimafolgeanpassung sind Pflanzungen von Straßenbäumen und die Herstellung von naturnahen Flächen im öffentlichen Raum vorgesehen. Projektstruktur und Zusammenarbeit In enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) übernimmt die Stadt Gelsenkirchen als Leadkommune die interkommunale Federführung für das Projekt und ist Schnittstelle zwischen Ministerium und den Teilnehmerkommunen. Das MHKBD lenkt das Projekt vor allem in den Bereichen Wissensberatung, interministerielle Kommunikation und Koordination der wissenschaftlichen Begleitung. Die übergeordnete Projektsteuerung wird durch ein extern beauftragtes Projektmanagement unterstützt. Das übergeordnete Projektmanagement übernimmt in dem Zusammenhang die Koordinierung eines kontinuierlichen Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren und organisiert die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Projektkommunen. Die Umsetzung des Projekts erfolgt auf Basis bereits entwickelter integrierter energetischer Quartierskonzepte durch kommunal eingesetzte Sanierungs- und Kommunikationsmanagements (SaKoMa). Die erarbeiteten Quartierskonzepte dienen als Fahrplan für die Quartiersarbeit und die Projektumsetzung bis 2029. Das Aufgabenspektrum des SaKoMa ist dabei individuell und auf die spezifischen Erfordernisse und Zielsetzungen der jeweiligen Quartiere zugeschnitten. In das Aufgabengebiet des SaKoMa fallen dabei die Aktivierung, Beratung und Vernetzung von Akteuren sowie die Unterstützung der Kommunen bei der Maßnahmenkoordinierung und -kontrolle. Zudem wird das Projekt wissenschaftlich begleitet - dies erfolgt durch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung. Ziel der Begleitforschung ist es, die skizzierten Ansätze einer interkommunalen Kooperation im Projekt zu analysieren und deren Wirkungen mit besonderem Blick auf die erfolgreiche Umsetzung in den Quartieren und die Übertragbarkeit auf weitere Quartiere zu bewerten. Eine Prozess- und Akteursübersicht wird als ergänzende Unterlage hochgeladen.
Gewinn der Kooperation
Das Projekt „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ bietet den teilnehmenden Kommunen und der Region zahlreiche Mehrwerte: Interkommunaler Austausch und Wissenstransfer: Der regelmäßige Austausch zwischen den acht Kommunen fördert die Entwicklung gemeinsamer Lösungen. In sogenannten Motivallianzen findet beispielsweise ein regelmäßiger spezifischer Austausch zwischen den Kommunen u.a. zu den Themen Kooperation mit der Wohnungswirtschaft, Verwaltungskooperation sowie Grünflächengestaltung statt. Ergänzend binden größere Fachveranstaltungen weitere Kommunen sowie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnungswirtschaft der Metropole Ruhr ein, um Synergien zu nutzen und praxisorientierte Ansätze entweder für das Projekt zu nutzen oder im Projekt erreichte Erfolge zu verbreiten. So profitieren Kommunen gegenseitig von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen und können sich gegenseitig unterstützen. Interkommunale Zusammenarbeit und Unterstützung: Die interkommunale Zusammenarbeit und Arbeitsteilung innerhalb des Projekts bringen erhebliche Vorteile für die teilnehmenden Kommunen mit sich. Die Stadt Gelsenkirchen übernimmt als Leadkommune die administrative Federführung für die weiteren teilnehmenden Kommunen im Projekt, insbesondere bei der Bündelung von Mittelabrufen und Verwendungsnachweisen. Die beiden interkommunalen Ausschreibungen im Projekt (Quartierskonzepte und Sanierungs- und Kommunikationsmanagement) wurden zentral über die Vergabestelle der Stadt Gelsenkirchen abgewickelt. Hierdurch wurde der Verwaltungsaufwand für die anderen Kommunen reduziert. Förderung und Förderberatung: Im Rahmen des Projekts fördert das MHKBD ausschließlich nichtinvestive Maßnahmen, wie die Erstellung energetischer Quartierskonzepte und die Beauftragung des Sanierungs- und Kommunikationsmanagements. Im Verhältnis zu einer üblichen kommunalen Quartiersentwicklung profitieren die teilnehmenden Kommunen von einer erhöhten Förderquote im Rahmen der Städtebauförderung (90 Prozent Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen). Da die Umsetzung vor Ort jedoch auch investive Maßnahmen erfordert, ist die strategische Nutzung der umfangreichen Förderlandschaft des Landes und des Bundes von zentraler Bedeutung. Das Projekt „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ fördert und unterstützt die Kommunen hier mit der für das Projekt entwickelten Förderberatung, bei der Fachleute aus den zuständigen Ministerien und Institutionen eingebunden werden, um den teilnehmenden Kommunen in Frage kommende Fördermöglichkeiten und -wege der verschiedenen Landes- und Bundesprogramme aufzuzeigen – und bei Bedarf auch interkommunal zugänglich zu machen. Wissenschaftliche Begleitung: Im Rahmen des Projekts wird eine wissenschaftliche Begleitung des Prozesses durchgeführt, um sowohl im Projektverlauf sowie im Anschluss an die Projektlaufzeit eine Lehre aus den Projekten und den erreichten Zielen ziehen zu können. Ziel der Begleitforschung ist es, die skizzierten Ansätze einer interkommunalen Kooperation im Projekt zu analysieren und deren Wirkungen mit besonderem Blick auf Effizienzgewinne und Synergien für die erfolgreiche Umsetzung in den Quartieren zu bewerten. Die Begleitforschung ist formativ angelegt, d.h. die vorgelegten Zwischenergebnisse können in den Prozess eingespeist werden und von den Projektverantwortlichen zur Verbesserung der Abläufe genutzt werden. Es soll aufgezeigt werden, wie insbesondere Governance-Strukturen und Rahmenbedingungen aussehen müssen, um eine schnellere Umsetzung der Transformation von Quartieren zu erreichen.
Grad der Innovation
Das Projekt „Prima. Klima. Ruhrmetropole.“ geht neue Wege und weist zahlreiche neue und innovative Aspekte in der interkommunalen Zusammenarbeit auf: Start nach Wettbewerbsaufruf: Für eine Teilnahme am Projekt mussten sich die Kommunen mit Konzeptskizzen bewerben, die den Fokus auch auf die zeitnahe Umsetzung der festgelegten Projektziele legen. Hierfür war bereits im Rahmen des Wettbewerbs eine Absichtserklärung der teilnehmenden Projektkommunen durch Ratsbeschlüsse notwendig. Fokussierter Ansatz mit integriertem Maßnahmenprogramm und klarem Quartiersbezug: Für die ambitionierte und herausfordernde Aufgabe der klimagerechten Transformation werden unterschiedliche Methoden der integrierten energetischen Quartiersentwicklung zusammengebracht und breit gefächerte Maßnahmenprogramme entwickelt, die zu konkreten Veränderungen auf der Quartiersebene führen. Investive Maßnahmen werden mit begleitenden Angeboten und Aktivitäten ergänzt: Für eine klimagerechte Transformation auf Quartiersebene sind größere Investitionen in den Gebäudebestand, in die technische Infrastruktur und in die öffentlichen Stadt- und Freiräume erforderlich. Daneben müssen flankierende weiche Maßnahmen, wie z.B. aktivierende und beratende Unterstützungsleistungen, eingesetzt werden. Experimentelle Ansätze mit Modellcharakter: Ganz bewusst sollen experimentelle Lösungsansätze erprobt werden. Das Projekt lässt ausdrücklich das Ausprobieren und Scheitern neuer und innovativer Ansätze zu. Unterschiedliche Projektpartner ins Boot nehmen: Zentrale Bedeutung für den Erfolg des Projekts ist die Aktivierung und Einbeziehung unterschiedlichster kommunaler als auch interkommunaler Partner in das Projekt. Bezogen auf die Komplexität eines Quartiers ist der öffentliche Handlungsspielraum allein begrenzt. Akteure und Bevölkerung mitnehmen: Die Veränderungen im Quartier müssen einhergehen mit einem Umdenken und Verhaltensänderungen der Akteure und der Bewohnerschaft in den Quartieren. Hierfür werden geeignete Angebote der Bildung, Mitwirkung und Sensibilisierung entwickelt und erprobt. Konkreten und realistischen Umsetzungszeitraum in den Blick nehmen: Transformationsprozesse brauchen eine gute Vorbereitung, eine kontinuierliche Unterstützung und ausreichend Zeit. Dem Projekt ist ein mehrjähriger Zeitraum vorgegeben, der konkrete Veränderungen ermöglicht und mit Beendigung des Projekts sichtbar macht. Lernendes System im interkommunalen Zusammenhang: Das Projekt ist als selbstlernendes Projekt angelegt und folgt einem iterativen Prinzip: Planung, Umsetzung, Reflexion und Anpassung greifen ineinander. Basis ist eine gegenseitige kollegiale Beratung und Unterstützung im interkommunalen Zusammenhang. Darüber hinaus werden externe Akteure, beispielsweise aus Wissenschaft und Wirtschaft, eingebunden.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Langfristige Implementierung der Projektstrukturen in den Quartieren: Im Verlauf des Projekts werden zur Vorbereitung, Planung und Umsetzung der Maßnahmen in den Quartieren Arbeits- und Netzwerkstrukturen aufgebaut. Diese sollen mittel- und langfristig auch nach dem Auslaufen der öffentlichen Förderung und des örtlichen Sanierungsmanagements erhalten werden. Die Verstetigung der Ansätze ist von Beginn an mitgedacht. Vorbildfunktion und Übertragung auf weitere Quartiere: Das Projekt ist darauf ausgerichtet, dass die erzielten Lösungen auf weitere Quartiere in den teilnehmenden Kommunen und durch den im Projekt angelegten Wissenstransfer auf weitere Kommunen und Quartiere übertragen werden. Allgemeine Erkenntnisse mit einem Nutzen für Fragen zur Stadtentwicklung insgesamt: Die wissenschaftliche Begleitforschung mit ihrem im Forschungsdesign implementierten allgemeinen Erkenntnisinteresse ermöglicht Rückschlüsse für beispielgebende Lösungen nicht nur für vergleichbare Gebietstypologien, sondern auch für andere fachlich Zusammenhänge der Stadtentwicklung sowohl in kleinen und mittelgroßen Städten als auch in großstädtischen Zusammenhängen. Interkommunaler Arbeitszusammenhang hat über die Projektlaufzeit hinaus Bestand: Mit zusätzlichen Mitteln, und extern unterstützt, ist der interkommunale Arbeitszusammenhang zunächst auf die Projektlaufzeit ausgerichtet. Es ist darüber hinaus aber auch ausdrücklich beabsichtigt, den interkommunalen Arbeitszusammenhang aufrecht zu erhalten und beispielsweise durch die Implementierung in die interkommunalen Netzwerke, wie zum Beispiel in das Netzwerk Stadtentwicklung NRW, zu überführen. Impulse und Anregungen für den Fördergeldgeber: Das Land NRW ist mit dem zuständigen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) nicht nur Initiatorin für das Projekt, sondern auch selbst aktiv in die Projektstruktur eingebunden. Ein wichtiges Ziel ist es, nach passenden Förderwegen und -konzepten für die beispielgebenden Lösungen in den Quartieren zu suchen. Erkenntnisse aus dem Projekt können aber auch andersherum dazu führen, dass Fördergrundsätze und -verfahren besser auf die kommunale Praxis ausgerichtet werden können.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/Anhang-Bewerbung-Landespreis-Prima.Klima-gesamt.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
09.02.2026 00:00
Eingereicht am
09.02.2026 11:01