Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
Talentakademie OWL
Kategorie
Wirtschaftsförderung, Tourismus & Kultur
Name der Kommune/des Verbandes
Stadt Bielefeld
Fachbereich/Abteilung
470.0 Musik- und Kunstschule
Ansprechpartner
Jonathan David Misch
E-Mail-Adresse
JonathanDavid.Misch@bielefeld.de
Telefonnummer
05215166637
Kurzbeschreibung
Die Talentakademie OWL (TA OWL) ist ein interkommunales Förderprojekt, das junge musik- und tänzerisch engagierte Schüler:innen systematisch in ihrer Entwicklung unterstützt. Die öffentlichen Musikschulen der Stadt Bielefeld (Musik- und Kunstschule, Leitung), Stadt Bünde, Musikschule für den Kreis Gütersloh, Stadt Löhne und Musikschule Minden gGmbH der Stadt Minden kooperieren vertraglich miteinander, sowie mit der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule Osnabrück. Weitere enge Partner in dem langfristig angelegten Netzwerk sind die allgemeinbildenden Schulen der teilnehmenden Schüler:innen sowie weitere Universitäten, Hochschulen und Partnerinstitutionen. Kernformate sind gemeinsame Jahresvorspiele mit über 100 teilnehmenden Schüler:innen sowie Konzertreihen aus mehreren Kommunen. Das Kooperationspartner- und Austauschformat „TA-Talk“ bringt alle Kooperationspartner zusammen. Ergänzend begleitet die Universität Bielefeld das Projekt wissenschaftlich zur Qualitäts- und Wirkungsanalyse.
Ziel
Ziel der TA OWL ist der Aufbau einer dauerhaften, interkommunalen Talentförderlandschaft, die musik- und tänzerisch begabte Schüler:innen in OWL über kommunale Grenzen hinaus vernetzt, ihre Zugänge zu hochwertigen Bildungsangeboten stärkt und gemeinsam Lern- und Entwicklungschancen verbessert. Die Kooperation verknüpft Musikschularbeit, schulische Lernorte, Hochschulzugänge und kulturelle Praxis – inklusive abgestimmter Förderangebote an den beteiligten Schulen und gemeinsamen pädagogischen Austauschformaten für Lehr- und Fachkräfte.
Anlass
Anlass für die Gründung der TA OWL war die Erkenntnis, dass die bereits geleistete hochwertige und unverzichtbare Talentförderung durch die jeweilige öffentliche Musikschule vor Ort, in bestimmten Teilbereichen der Studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) und weiterer Förderinstrumente, durch eine Zusammenarbeit überproportional gestärkt werden kann. Die TA OWL folgt dabei dem Grundsatz „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“: Durch freiwillige, vertraglich geregelte Zusammenarbeit entstehen Synergieeffekte, von denen insbesondere Kinder und Jugendliche profitieren, die in einzelnen Kommunen keinen Zugang zu den benötigten spezialisierten Förderformaten, beispielsweise der SVA und erweiterten Auftrittsmöglichkeiten hätten. Die TA OWL vernetzt und stärkt somit bestehende spezialisierte Förderangebote mehrerer kommunaler Musikschulen und bündelt gleichzeitig die Kooperation mit weiterführenden Institutionen, wie den Hochschulen. Im gemeinsamen Austausch der beteiligten Institutionen wurde deutlich, dass ein koordiniertes Fördernetzwerk mit einer zentralen Ansprechstruktur, insbesondere auch mit den allgemeinbildenden Schulen notwendig ist, um Talentförderung realistisch aufeinander abzustimmen und nachhaltig zu realisieren. Mit der innovativen Würdigung musik- und tanzpädagogischer Inhalte ist die TA OWL, bzw. die federführende Musik- und Kunstschule Bielefeld, Vorreiterin in der praxisnahen Berücksichtigung aktueller Befunde zum Nachwuchs- und Fachkräftemangel im musikpädagogischen Bereich (u.a. MULEM-EX, MiKADO-Musik) noch bevor diese veröffentlicht wurden.
Kurzprofil
Die TA OWL vernetzt mehrere Kommunen in OWL durch ihre Musikschulen mit allgemeinbildenden Schulen, Hochschulen sowie weiteren Bildungs- und Kulturpartnern. Sie erreicht jährlich cirka 150 Schüler:innen durch ihre Netzwerkstruktur, über 100 davon in in Präsenz bei gemeinsamen Jahresvorspielen. Hinzu kommen gemeinsam veranstaltete TA-Konzerte (Förderinstrumente für die Schüler:innen) an wechselnden Orten (z. B. in Bielefeld, Minden, Bünde) sowie die Organisation und Durchführung der „TA-Talks“ zum fächer- und institutionenübergreifenden Austausch pädagogischer Fachkräfte und Verwaltungsvertreterinnen. Die Universität Bielefeld begleitet das Netzwerk wissenschaftlich und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Förderformate.
Gewinn der Kooperation
Die Kooperation erzeugt messbaren Mehrwert für alle beteiligten Partner: Durch abgestimmte Förderangebote zwischen Musikschulen, allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen werden Ressourcen gebündelt, Synergien gehoben und Lern- wie Auftrittsmöglichkeiten für Schüler:innen erweitert. Die erwähnten gemeinsamen Veranstaltungen fördern nicht nur künstlerische, pädagogische, soziale Kompetenzen, demokratische Teilhabe und persönliche Entwicklung der Schüler:innen, sondern auch interkommunale Kommunikation und Professionalisierung von Lehrkräften, Austausch zur Verwaltungsoptimierung sowie eine kulturorientierte Netzwerkbildung in OWL.
Grad der Innovation
Nicht nur mit der besonderen Würdigung musik- und tanzpädagogischer Inhalte in der TA OWL, ist die federführende Musik- und Kunstschule Bielefeld, Vorreiterin darin, dem musikpädagogischen Nachwuchs- und Fachkräftemangel innovative Maßnahmen der Praxis entgegenzusetzen, noch bevor die viel beachteten Studienergebnisse hierzu veröffentlicht wurden: Die TA OWL ist gleichfalls innovativ, weil sie deutschlandweit erstmals ein interkommunales Netzwerk verschiedener Institutionen auf mehreren Ebenen geschaffen hat, in dem Musikschulen, allgemeinbildende Schulen, Hochschulen und weitere Partnerinstitutionen vertraglich zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit ist schriftlich fixiert und dennoch offen sowohl für weitere Partner als auch Intensivierung der Zusammenarbeit. Neu ist auch die Verknüpfung von (1) pädagogisch-organisatorischen Austauschformaten mit (2) wissenschaftlicher Begleitung (TA-Talk), (3) den gemeinsamen Jahresvorspielen und interkommunalen Konzerten für Schüler:innen, (4) abgestimmten Förderkonzepten über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg – ein Modell, das in dieser Form in OWL und darüber hinaus bislang nicht existiert.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Die TA OWL ist langfristig und auf weiteren Ausbau angelegt. Die Säulen unserer Zukunftsfähigkeit sind: - Aufbau und Sicherung der Zusammenarbeit auf den unteren, praxisnahen Ebenen, - die vertragliche Zusicherung der Partnerkommunen und -institutionen mit klaren, aber anpassbaren Aufgabenverteilungen, - regelmäßige Kooperationspartnertreffen und aktive Kommunikation, - Etablierung gemeinsamer Veranstaltungen, - Evaluation und Weiterentwicklung durch wissenschaftliche Begleitung und - dauerhafte Einrichtung der koordinierenden Stelle der Leitung der TA OWL durch die Stadt Bielefeld. Weil musisch-kulturelle Teilhabe nachweislich positive Effekte auf psychisches Wohlbefinden und soziale Gesundheit hat, trägt das Projekt zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen (UNO) bei. Die SDG 4 „Qualität Bildung“ und 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ werden in den chancengerechten und vernetzten Bildungs- und Austauschangeboten der TA OWL auf besondere Weise miteinander verbunden. Dadurch werden jährlich ca. 150 Schüler:innen sowohl in ihrer individuellen Entwicklung gestärkt, wirken aber zusätzlich als kulturelle Multiplikator:innen in ihren Kommunen und tragen so zur gesellschaftlichen Gesundheit und zum Wohlbefinden der Bürger:innen bei.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/2025-09-27-Rahmenvereinbarung-TA-OWL-Hochschulen.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
09.02.2026 00:00
Eingereicht am
09.02.2026 21:18