Bewerbung beim Landespreis
Titel der Einreichung
METRO-KLIMA-LAB - Konzept zur klimatischen Qualifizierung des Landschaftsraums zwischen Niederkassel, Troisdorf und Köln
Kategorie
Umwelt, Planung & Infrastruktur
Name der Kommune/des Verbandes
Stadt Niederkassel
Fachbereich/Abteilung
FB 8 - Bauaufsicht, Stadtplanung und Umwelt
Ansprechpartner
Fee Rebbe
E-Mail-Adresse
f.rebbe@niederkassel.de
Telefonnummer
02241 9466819
Kurzbeschreibung
Im Rahmen des durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ bis Ende 2024 geförderte interkommunale Projekt METRO-KLIMA-LAB, erprobten die vier Projektpartner*innen – die Städte Niederkassel, Troisdorf und Köln sowie der Rhein-Sieg-Kreis – einen neuen Planungsansatz zur klimatischen Qualifizierung eines interkommunalen Freiraums. In Zusammenarbeit entstand ein Entwicklungskonzept, welches beschreibt, wie der Landschaftsraum für seine vielfältigen Funktionen wie Erholung, landwirtschaftliche Nutzung, Grundwasserneubildung, Biodiversität oder Frischlufterzeugung unter Berücksichtigung des Klimawandels erhalten und gestärkt werden kann. Im Ergebnis steht zudem ein Aktionsprogramm mit Maßnahmenkatalog, dass die interkommunalen Abhängigkeiten und sowie Potenziale für wirksamen Klimaschutz- und -anpassung, die sich erst durch ein kohärentes und gemeinschaftliches Vorgehen ergeben, berücksichtig. Neue Herausforderungen brauchen neue Formen der Zusammenarbeit. Weitere Informationen finden sich unter: https://www.agglomerationsprogramm.de/projekte/zukunftsprojekte/pl-3/metroklima-lab
Ziel
Ziel des interkommunalen Projektes war die Schaffung einer Daten- und Wissensgrundlage sowie von Strukturen zur klimawandelangepassten Qualifizierung eines interkommunalen Freiraums zwischen den drei Städten Niederkassel, Troisdorf und Köln. Perspektivisches Ziel ist es den betrachteten Freiraum mit regionalbedeutsamer Funktion für das Stadtklima und einer verbrauchernahen Landwirtschaft in seiner klimatischen Funktion weiterzuentwickeln, die Agrarlandschaft ökologisch anzureichern und gleichzeitig auch die Naherholungsfunktion zu stärken.
Anlass
Der Freiraum zwischen dem rechtsrheinischen Kölner Süden, Niederkassel und Troisdorf ist einer der wenigen zusammenhängenden Freiräume in seiner Größenordnung und mit regionalbedeutsamer klimatischer Funktion entlang des Rheins in der Region Köln/Bonn. Die Klimawandelvorsorgestrategie der Region Köln/Bonn sowie weitere Berechnungen der Stadt Köln zeigen deutlich die Relevanz dieser Fläche für die Kaltluftversorgung der angrenzenden Siedlungsbereiche, vor allem im Gebiet der Stadt Köln. Verschiedene Planungen lassen eine weitergehende Zerschneidung des Raumes, eine Verkleinerung durch Bebauungen und die Beeinträchtigung seiner klimatischen Funktionen befürchten. Gleichzeitig führen die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute zu Beeinträchtigungen der Raumfunktionen, insbesondere bei der Landwirtschaft, aber ebenso für die landschaftsorientierte Naherholung. In diesem Zusammenhang stellten sich die Kooperationspartner /-innen gemeinsam mit dem Region Köln/Bonn e.V. die Frage: Wie können die Qualitäten, Funktionalitäten und die Resilienz dieses Freiraums in Hinblick auf seine Klimafunktionen entwickelt bzw. gesichert werden bzw. wie können Synergien zwischen zukünftigen und bestehenden Ansprüchen herausgearbeitet werden? Angestrebt wurde ein neuer Planungsansatz zur klimatischen Qualifizierung dieses Landschaftsraums, der in der Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für den Raum mündete.
Kurzprofil
Anzahl Kooperationspartner*innen: 4 Gebietskörperschaften mit Unterstützung des Region Köln/Bonn e.V. Fläche des betrachteten Raums: rund 47 km² Stadt Köln gesamt: Einwohnende: 1.097.519 Einwohnende (Stichtag 31.12.2024); Fläche: 405,01 km² (Stadtbezirk Köln Porz: 116.483 Einwohnende (Stichtag 31.12.2024); Fläche: 79 km²) Stadt Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis: 79.472 Einwohnende (Stichtag 01.01.2024); Fläche: 62,2 km² Stadt Niederkassel im Rhein-Sieg-Kreis: 41.254 Einwohnende (Stichtag 28.08.2023); 35,79 km² Rhein-Sieg-Kreis: 605.441 Einwohnende (Stichtag 31.12.2024); 1.153,21 km²
Gewinn der Kooperation
Der Zusammenschluss der Kommunen und die Zusammenarbeit in einer gemeinsamen sog. Steuerungsgruppe haben sich in der Vorbereitungs- und in der Bearbeitungsphase des Projektes als grundlegende Erfolgsfaktoren bewiesen. Durch die intensive und strukturierte interkommunale Zusammenarbeit wurden Synergien generiert, wodurch finanzielle und personelle Ressourcen geschont wurden und aufgrund kurzer Wege in der Kommunikation, Prozesse beschleunigten werden konnten. Zudem fand ein kontinuierlicher Transfer von Wissen statt. Die gemeinsame Finanzierung ermöglichte es erst, die Aufträge im Rahmen der Konzepterstellung beauftragen zu können. Durch die systematische und gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit den langfristigen Entwicklungszielen im Kontext des gemeinsamen Freiraums, wurden Abhängigkeiten und Potenziale sichtbar. Es wurde deutlich, dass Klimawandelanpassung und -vorsorge eine Gemeinschaftsaufgabe sind und Funktionen und Nutzungen nicht an Verwaltungs- und/oder Eigentumsgrenzen enden, also eine Aufgabe sind, die interkommunales und transdisziplinäres Vorgehen erfordert. Der Aktionsplan zeigt, dass die Aufgaben und Maßnahmen gemeinsam angegangen werden müssen, damit die den Raum betreffenden Entwicklungsziele effizient und effektiv erreicht werden können. Vor diesem Hintergrund sind die Städte Köln, Troisdorf und Niederkassel sowie der Rhein-Sieg-Kreis bestrebt, die während des Projekts etablierte Kooperationsstruktur in Form der Steuerungsgruppe „Metro-Klima-Park“ fortzuführen und die gemeinsame Gestaltung des Freiraums langfristig zu verstetigen.
Grad der Innovation
Der Klimawandel und die aktuellen Ansprüche seitens des Klimaschutzes und der Klimawandelvorsorge stellen neue Aufgaben an Flächennutzungskonzepte und die Nutzer*innen von Freiräumen und Siedlungsräumen dar. Kommunale und Eigentumsgrenzen müssen überwunden werden, obwohl die formalen Zuständigkeiten bestehen bleiben. Der Freiraum mit seinen Funktionen steht hier im Mittelpunkt, formale Zuständigkeiten wurden in Hintergrund und gerückt, Klimafunktionen und weitere Nutzungen in Vordergrund. Die Organisation muss sich den Bedarfen des Raums anpassen, denn die kommunalen Akteur*innen können nur gemeinsam die Nutzerinnen des Raums, z.B. Landwirte, Kiesgrubenbetreiber andressieren, Konzepte/Leitlinien für die Qualifizierung von Grünflächen, Siedungsrändern, Gewässer erarbeiten und jeweils abgestimmt umsetzten. Von Beginn des Projektes an bestand eine institutionalisierte gleichberechtigte Zusammenarbeit von klar definierten Ansprechpersonen in den kommunalen Verwaltungen unter Beteiligung des Kreises als übergeordnete Körperschaft und Beratung durch den Köln/Bonn e.V.. Dies bildet das Grundgerüst, die sog. Steuerungsgruppe. Hier werden Prozesse angestoßen, verwaltet und die Umsetzung initiiert. Es besteht direkter Kontakt zu den Verwaltungsspitzen ebenso wie zu den entsprechenden Fachpersonen in den jeweiligen Häusern im Rahmen der sektorübergreifenden Planung und Bearbeitung. Die Ansprechperson in den jeweiligen Häusern fungiert für alle als Bindeglied zwischen den Verwaltungsspitzen, den Fachverwaltungen und der Steuerungsgruppe sowie andersherum. Um das gemeinsame Projekt mit einer gemeinsamen Strategie weiterverfolgen zu können, soll die interkommunale Zusammenarbeit erneut formell durch eine Kooperationsvereinbarung festgehalten werden. Derzeit befindet sich die Kooperation in der Konstituierung, da personelle und finanzielle Ressourcen nach Projektabschluss noch gesichert werden müssen, wird aber bereits ohne offizielles Mandat kontinuierlich in der etablierten Struktur fortgeführt.
Zukunftsfähigkeit/ Nachhaltigkeit
Das Projekt METRO-KLIMA-LAB und die begleitende Steuerungsgruppe entstand aus dem Stadt-Umland-Verbund Köln und seine rechtsrheinischen Nachbarn (KRN), welche seit 2017 auf Grundlage eines gemeinsamen Raumdossiers gemeinschaftliche Aufgaben im Kooperationsgebiet, welches größer als der Projektraum des METRO-KLIMA-LAB ist, bearbeitet. Sowohl die KRN als auch die Kooperation im Rahmen des METRO-KLIMA-LAB sind auf kontinuierliche Zusammenarbeit ausgelegt, was durch Kooperationsvereinbarungen bzw. politische Beschlüsse unterlegt ist. Ein angestrebter zentraler Schritt wäre nun die Gründung und Finanzierung einer Landschaftsagentur. Die Landschaftsagentur soll für die Koordination, Bearbeitung und Weiterentwicklung der Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm METRO-KLIMA-PARK und Umsetzung im Projektgebiet als kommunalübergreifende Stelle zuständig sein. Durch die Fortführung der interkommunalen Steuerungsgruppe wird trotz eingeschränkter finanzieller und personeller Spielräume eine Kontinuität der bisherigen interkommunalen Kooperation gewährleistet. Die Akzeptanz und Nachhaltigkeit des Konzeptes des METRO-KLIMA-LAB wird zudem dadurch garantiert, dass von Anfang an langfristige Konzepte und Planungen der beteiligten Kommunen z.B. Klimaschutzkonzepte oder Planungen im Bereich nachhaltiger Mobilität mit einbezogen und z.T. darauf aufgebaut wurde. Ebenso wurden Stakeholder, welche im Gebiet tätig sind, bereits vor dem Start des Projektes beteiligt, um die Akzeptanz bei den Betroffenen zu steigern und deren Knowhow und Bedarfe einzubeziehen.
Dokumente
https://landespreis.interkommunales.nrw/wp-content/uploads/2026/02/METRO-KLMIA-LAB_Plan_A0.pdf
Bestätigung
1
Eingegangen am
09.02.2026 00:00
Eingereicht am
09.02.2026 15:38